27 January 2026, 12:18

Kriegsrelikt in Ratingen: 2.300 Menschen fliehen vor US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Eine Gruppe von Soldaten in Helmen und mit Gewehren durchquert die Trümmern eines zerstörten Gebäudes, mit verstreuter Trümmern, entfernten Gebäuden, Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Kriegsrelikt in Ratingen: 2.300 Menschen fliehen vor US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratingen entschärft

In der Nacht zum Dienstag wurde in Ratingen eine US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Die Aktion zwang zur Evakuierung von 2.300 Anwohnern, darunter auch Bewohner von Seniorenheimen, nachdem der 230 Kilogramm schwere Blindgänger im Stadtzentrum entdeckt worden war. Einige ältere Menschen erlebten während der stundenlangen Wartezeit in Notunterkünften traumatische Kriegsinnerungen wieder auf.

Die Entdeckung der Bombe löste eine groß angelegte Evakuierung aus, die sich aufgrund von Verzögerungen über Stunden hinzog. Besonders herausfordernd gestaltete sich die Verlegung von rund 400 Heimbewohnern aus zwei Pflegeeinrichtungen. Viele von ihnen wurden ins Rathaus gebracht, wo einige vor Erschöpfung zusammenbrachen, aber sofort medizinisch versorgt wurden.

Geschäfte in 70 Prozent der Fußgängerzone schlossen vorzeitig, Straßen wie der Hauser Ring wurden gesperrt. Autofahrer wurden aufgefordert, das Gebiet komplett zu meiden. Die kontrollierte Sprengung erfolgte schließlich spät in der Nacht zum Dienstag, sodass die Evakuierten gegen 1.30 Uhr in ihre Häuser zurückkehren konnten. Aufgrund der nächtlichen Unterbrechung wurde das Frühstück am Dienstag ungewöhnlich spät serviert. Für manche war der Vorfall eine schmerzhafte Erinnerung an die Schrecken des Krieges: Eine 88-jährige Frau gab zu, Angst gehabt zu haben, und erinnerte sich an die Unsicherheit während der Bombenangriffe. Trotz der Belastung waren alle Heimbewohner noch vor Tagesanbruch wieder in ihren Zimmern.

Die Entschärfungsaktion verlief ohne größere Zwischenfälle, doch die Evakuierung stellte sowohl die Bevölkerung als auch die Einsatzkräfte auf eine harte Probe. Am Dienstag nahmen Geschäfte und Straßen den normalen Betrieb wieder auf, während die Pflegeheime ihre Abläufe anpassten, um den Senioren die Rückkehr zur Routine zu erleichtern.

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