28 January 2026, 22:32

Jugendliche in Deutschland haben später ihren ersten Sex – warum das gut ist

Ein offenes Buch mit dem Titel "Landschaft des Rhein-Westerwalds" aus dem Jahr 1805, das eine Zeichnung eines Dorfes zeigt, umgeben von Häusern, Bäumen, Hügeln und Wolken am Himmel.

Jugendliche in Deutschland haben später ihren ersten Sex – warum das gut ist

Jugendliche in Deutschland haben ihren ersten Geschlechtsverkehr heute später als noch vor einigen Jahren – das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesamts für Öffentliche Gesundheit (BÖG). Die Erhebung dokumentiert einen deutlichen Wandel im Verhalten von 14- bis 25-Jährigen. Expertinnen und Experten führen diesen Trend auf bessere Aufklärung und offenere Gespräche über Beziehungen und Sexualität zurück.

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Noch 2019 gaben 61 Prozent der Befragten an, ihre erste sexuelle Erfahrung mit 17 Jahren gemacht zu haben. 2025 waren es nur noch 59 Prozent – allerdings nun mit 19 Jahren. Zudem empfanden etwa zwei Drittel der jungen Menschen, dass ihr erstes heterosexuelles oder homosexuelles Erlebnis zum richtigen Zeitpunkt stattfand.

Die Studie, die sich vor allem auf heterosexuelle Erfahrungen konzentriert, zeigt, wie sich der Umgang junger Menschen mit Intimität verändert. Wie die Aidshilfe NRW berichtet, haben mittlerweile 65 Prozent der Mädchen und 53 Prozent der Jungen ihren ersten Geschlechtsverkehr in einer festen Beziehung. Mechthild Paul, stellvertretende Direktorin des BÖG, führt diese Entwicklung auf eine kontinuierliche, faktenbasierte Sexualerziehung in Schulen und Jugendprogrammen zurück.

In Nordrhein-Westfalen übernehmen Organisationen wie Pro Familia und die Aidshilfe Wuppertal eine zentrale Rolle in der Sexualaufklärung. Pro Familia bietet in Schulen und Jugendeinrichtungen Kurse an, die von ausgebildeten Sozialpädagoginnen und -pädagogen geleitet werden. Die Aidshilfe Wuppertal schult Lehrkräfte in Workshops zu Sexualerziehung und Kinderschutz. Unklar bleibt jedoch, inwieweit Donum Vitae oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in diese Programme eingebunden sind.

Trotz der Fortschritte bleibt Fehlinformation ein Problem. Nicola Völckel von der AWO warnt vor "gefährlichem Halbwissen" bei Jugendlichen, etwa zum Thema Verhütung. Auch die Aidshilfe berichtet, dass sich über soziale Medien und KI-Tools wie ChatGPT riskante Mythen über Sex verbreiten. Jennifer Löwenstein von Pro Familia rät Eltern, bereits vor der Pubertät offen mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen, um falschen Vorstellungen entgegenzuwirken.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bessere Aufklärung und offene Gespräche jungen Menschen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Organisationen fordern weiterhin mehr Schulungen und Ressourcen, um Wissenslücken zu schließen. Im Fokus steht, Jugendliche rechtzeitig mit korrekten Informationen zu erreichen – bevor sich falsche Annahmen festigen.