Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenrecht-Machtmissbrauch
Tom GießJoe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenrecht-Machtmissbrauch
Der Komiker Joe Lycett hat in einem kühnen Schritt seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Die Entscheidung folgt auf anhaltende Kritik an den aggressiven juristischen Vorgehensweisen des Modeunternehmens gegen kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen. Lycetts Namensänderung wurde am Wochenende rasant zum Trendthema in den sozialen Medien.
Das 1924 gegründete Modehaus Hugo Boss gerät seit Langem in die Kritik, weil es Abmahnungen an Organisationen verschickt, die das Wort "BOSS" verwenden. Die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea musste nach einer solchen Abmahnung rund 11.000 Euro Anwaltskosten tragen. Auch die Hilfsorganisation DarkGirlBoss wurde angegriffen, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.
Zudem sieht sich das Unternehmen wegen seiner historischen Verbindungen zum NS-Regime in der Kritik. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte Hugo Boss SS-Uniformen – hergestellt von Zwangsarbeitern. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für das "Leid und die Entbehrungen", die in seiner Fabrik unter der NS-Herrschaft verursacht wurden. Heute beschäftigt das Unternehmen über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern.
Lycett thematisierte die Namensänderung in seiner Sendung Got Your Back und betonte, dass er – anders als der ursprüngliche Hugo Boss – keine SS-Uniformen produziert habe. Zudem kündigte er an, im Rahmen des Programms ein neues Produkt unter seinem neuen Namen auf den Markt zu bringen.
Die Aktion Lycetts unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Modekonzern und kleineren Akteuren in Streitfällen um Markenrechte. Der Schritt hat eine breite Debatte ausgelöst, wobei viele seine Haltung gegen die juristischen Methoden des Unternehmens unterstützen. Wie der Komiker seine neue Identität weiter nutzen wird, dürfte die öffentliche Diskussion um das Thema am Köcheln halten.






