IW-Chef Hüther warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden Familienbetriebe und Wirtschaftskraft
Patrik WesackIW-Chef Hüther warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden Familienbetriebe und Wirtschaftskraft
Der Direktor des Deutschen Wirtschaftsinstituts (IW), Michael Hüther, hat die jüngsten Pläne der SPD zur erbschaftssteuer scharf kritisiert. Bei einem Auftritt in Köln warnte er, die Vorschläge könnten weitere Unternehmen dazu veranlassen, Deutschland zu verlassen und die Wirtschaft insgesamt zu schwächen.
Die SPD will den steuerfreien Freibetrag für Unternehmensnachfolger auf fünf Millionen Euro begrenzen. Hüther argumentierte, dies würde mittelständische Familienbetriebe mit drastischen Steuererhöhungen belasten und ihre Überlebensfähigkeit gefährden. Zudem behauptete er, der Schritt werde Deutschlands Ruf als unternehmensfreundlicher Standort beschädigen.
Hüther blieb nicht bei der erbschaftssteuer stehen. Er forderte die Bundesregierung auf, die Unternehmenssteuern noch vor 2028 zu senken und den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Statt gezielter Maßnahmen wie der Senkung der Stromsteuer plädierte er für eine breitere Steuerentlastung, von der alle profitieren. Trotz seiner Bedenken zeigte sich Hüther vorsichtig optimistisch für die Wirtschaftslage. Er wies Vorwürfe zurück, Deutschland stehe vor einer Krise, und prognostizierte für dieses Jahr ein Wachstum von einem Prozent.
Die Debatte um die erbschaftssteuer hält an, wobei Hüthers Warnungen den Druck auf die SPD-Pläne erhöhen. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnten Familienunternehmen höhere Kosten tragen – und es droht eine weitere Abwanderung von Firmen ins Ausland. Die Regierung sieht sich nun mit Forderungen nach umfassenden Steuerreformen noch vor 2028 konfrontiert.
