21 January 2026, 12:44

Islamischer Unterricht in NRW stärkt Toleranz – doch Tausende Schüler bleiben außen vor

Ein offenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme darauf, umgeben von einem gr├╝nen Band, mit der Sonne im Hintergrund, was ein Thema im Zusammenhang mit islamischen Studien suggeriert.

Islamischer Unterricht in NRW stärkt Toleranz – doch Tausende Schüler bleiben außen vor

Eine neue Studie der Universität Münster kommt zu dem Schluss, dass der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen eine zentrale Rolle bei der Förderung von Toleranz und demokratischen Werten spielt. Die Untersuchung betont zwar die Erfolge des Fachs bei der Prävention extremistischer Einflüsse, fordert aber gleichzeitig einen deutlichen Ausbau in ganz NRW.

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Aktuell unterrichten 332 Lehrkräfte rund 32.000 Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Schulformen in islamischem Religionsunterricht. Dennoch bieten nur 247 der etwa 5.400 Schulen im Land das Fach an – fast eine halbe Million berechtigte Schülerinnen und Schüler haben damit keinen Zugang.

Die Lernenden beschreiben den Unterricht als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd. Studien zufolge führt eine längere Teilnahme zu größerer religiöser Bildung und einer Abnahme starrer Glaubensauslegungen. Viele sehen den IRU als Gegenentwurf zu extremistischem Content auf Plattformen wie TikTok, den Forscher mit rückwärtsgewandten religiösen Vorstellungen in Verbindung bringen.

Die Studie unterstreicht, dass das Vertrauen in die Lehrkräfte entscheidend für den Erfolg des Programms ist. Empfohlen werden eine stärkere Thematisierung von Gleichberechtigung, Antisemitismusprävention und Medienkompetenz sowie eine vertiefte Fortbildung der Lehrkräfte im interreligiösen Dialog, um den Lehrplan zu stärken.

Die Wissenschaftler fordern eine flächendeckende Einführung des IRU mit besserer Personalausstattung, Lehrplanentwicklung und organisatorischer Unterstützung. Ein Ausbau des Angebots würde muslimischen Schülerinnen und Schülern dringend benötigte Orientierung bieten und gleichzeitig den gesellschaftlichen Pluralismus fördern.

Die Evaluation zeigt, dass sich der islamische Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen bewährt hat – die Teilnahme bleibt jedoch gering. Mit gezielten Investitionen könnte das Programm deutlich mehr Lernende erreichen und die Anziehungskraft extremistischer Narrative weiter verringern. Nun liegt es an den Bildungsbehörden des Landes, die Empfehlungen der Studie umzusetzen.