29 January 2026, 22:25

Immer weniger Studierende erhalten staatliche Förderung – System versagt

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Bis zu 20 Millionen Kreditnehmer können ihre Schulden unter dem Student Loan Relief des Biden-Programms vollständig storniert werden."

Studie: Nachfrage nach staatlich finanzierter studentischer Unterstützung sinkt weiter - Immer weniger Studierende erhalten staatliche Förderung – System versagt

Immer weniger Studierende in Deutschland erhalten staatliche finanzielle Unterstützung – das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2024. Nur noch 15,1 Prozent erhielten Stipendien, Fördergelder oder Kredite, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Ulrich Müller, ein führender Experte für Studienfinanzierung, warnt, dass das System viele Studierende im Stich lässt.

Die bundesweiten Daten belegen einen deutlichen Rückgang bei der Inanspruchnahme von Förderleistungen. BAföG, die häufigste Form der Unterstützung, erhielten 2024 rund 326.000 Studierende (11,4 Prozent). Stipendien gingen an 69.000 (2,4 Prozent), während staatlich geförderte Kredite von 44.000 Studierenden (1,4 Prozent) in Anspruch genommen wurden. Lediglich das Deutschlandstipendium verzeichnete einen leichten Anstieg.

Thüringen wies mit nur zehn Prozent die niedrigste Förderquote auf. Insgesamt sank die kombinierte Inanspruchnahme von BAföG, Stipendien und Krediten im Vergleich zu 2023 um 1,7 Prozentpunkte.

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Ulrich Müller, Leiter der politischen Analyse beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh, kritisierte die Mängel des Systems scharf. Er argumentiert, dass die unzureichende Finanzierung Studierende zwingt, Job und Studium unter einen Hut zu bringen – mit der Folge längerer Studienzeiten, eingeschränkter Kurswahlmöglichkeiten und höherer Abbrecherquoten.

Die Zahlen von 2024 unterstreichen eine wachsende Lücke in der Studienförderung in Deutschland. Angesichts der sinkenden Zahl geförderter Studierender bleiben Sorgen über die langfristigen Auswirkungen auf die Bildungsqualität und die Abschlussquoten bestehen. Müllers Warnungen deuten auf ein System hin, das dringend reformiert werden muss, um den Bedürfnissen der Studierenden besser gerecht zu werden.