Immer mehr Banken beenden Geschäfte mit der AfD wegen Extremismus-Vorwürfen
Patrik WesackImmer mehr Banken beenden Geschäfte mit der AfD wegen Extremismus-Vorwürfen
Deutsche Banken kappen zunehmend ihre Verbindungen zur rechtsextremen AfD. Zwei regionale Institute, die Verbund Volksbank OWL und die Volksbank Ostwestfalen, haben Konten lokaler AfD-Gliederungen geschlossen. Die Schritte erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Prüfungen der extremistischen Einstufung der Partei und ihrer juristischen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitsbehörden.
Die Entscheidungen fallen in eine Phase, in der auch andere große Geldhäuser wie die Deutsche Bank und die Commerzbank in den vergangenen Monaten die Betreuung von AfD-nahen Gruppen verweigert haben.
Die AfD war von Deutschlands Inlandsgeheimdienst offiziell als "gesichert rechtsextremistische" Organisation eingestuft worden. Diese Bewertung löste einen Rechtsstreit aus, in dem die Partei die Einordnung vor Gericht anfocht. Eine vorläufige Vereinbarung hindert die Behörde zwar daran, die Aussage öffentlich zu wiederholen, doch ihre interne Einschätzung bleibt unverändert.
Gleichzeitig geraten Banken unter Druck wegen ihrer Beziehungen zur AfD. Zwar sind Sparkassen gesetzlich verpflichtet, allen Kunden – unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung – Konten anzubieten, doch können sie die Haltung der Partei kritisieren. Die Verbundbank OWL ging jedoch weiter und kündigte ein AfD-Konto, mit der Begründung, dies stehe im Widerspruch zu ihren genossenschaftlichen Werten. Die Bank betonte dabei regulatorische Risiken und mögliche Sanktionen, nicht politische Motive.
In Nordrhein-Westfalen verlor eine AfD-Gliederung ihr Konto bei einem Institut und stieß bei der Suche nach Alternativen auf Absagen der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Targobank. Beobachter weisen darauf hin, dass sich Banken durch die Distanzierung von der AfD Kunden sichern könnten, die rechtsextreme Politik ablehnen – und so ihr öffentliches Image aufpolieren.
Sowohl die Verbund Volksbank OWL als auch die Volksbank Ostwestfalen nannten Compliance und rechtliche Bedenken als Gründe für ihr Vorgehen. Bis Januar 2026 haben keine weiteren Banken ähnlich Schritte öffentlich bekannt gegeben.
Der finanzielle Spielraum der AfD schrumpft, da immer mehr Banken die Zusammenarbeit beenden. Rechtliche Verpflichtungen und Reputationsrisiken treiben die Entscheidungen voran, auch wenn sich die Institute hüten, offen politische Stellung zu beziehen. Vorerst prägt die extremistische Einstufung der Partei weiterhin ihr Verhältnis zum deutschen Finanzsektor.
