ICE-Werk der Bahn: 24.000 Tonnen Giftmüll illegal in Kiesgruben gekippt
Patrik WesackICE-Werk der Bahn: 24.000 Tonnen Giftmüll illegal in Kiesgruben gekippt
Großer Entsorgungsskandal bei Bau des neuen ICE-Werks der Deutschen Bahn in Dortmund
Beim Bau des neuen ICE-Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Dortmund ist ein großer Abfallskandal aufgedeckt worden. Fast 1.000 Lkw-Ladungen mit belastetem Erdreich – rund 24.000 Tonnen – sollen zwischen Februar und November 2024 illegal in Kiesgruben am Niederrhein abgeladen worden sein. Ein Hauptverantwortlicher des mutmaßlichen Betrugs steht nun vor dem Landgericht Dortmund.
Die Deutsche Bahn errichtet in Dortmund ein hochmodernes Werk für ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Die 400 Millionen Euro teure Anlage, die als klimaneutral beworben wird, soll täglich bis zu 17 Züge warten. Doch nun gerät das Projekt in Verbindung mit einer groß angelegten illegalen Müllentsorgung.
Das belastete Erdreich wurde von der Baustelle abtransportiert und statt fachgerecht entsorgt in zwei Kiesgruben verbracht. Ein Recyclingunternehmen sowie mehrere Mittäter sollen die illegale Ablagerung organisiert haben. Der für die Entsorgung zuständige Subunternehmer habe aus dem Auftrag laut Angaben etwa 360.000 Euro eingenommen.
Der Angeklagte im Prozess ist vorbestraft und hat bereits wegen illegaler Abfallentsorgung Verurteilungen erhalten. Der Fall wirft Fragen auf, wie die Deutsche Bahn die Abfallwirtschaft auf ihren Baustellen überwacht und ob ausreichende Kontrollmechanismen bestanden.
Im Verlauf des Prozesses soll das volle Ausmaß der illegalen Ablagerungen sowie die Rolle der Beteiligten aufgeklärt werden. Mit 24.000 Tonnen unsachgemäß entsorgtem, belastetem Erdreich zeigt der Skandal mögliche Lücken in der Aufsicht bei großen Infrastrukturprojekten auf. Die Deutsche Bahn könnte nun mit Nachfragen zu ihren Entsorgungsverfahren und der Einhaltung von Umweltrecht konfrontiert werden.






