Hans-Jochen Wagner klagt über den Verlust von Kreuzbergs einstiger Vielfalt und Gemeinschaft
Patrik WesackHans-Jochen Wagner klagt über den Verlust von Kreuzbergs einstiger Vielfalt und Gemeinschaft
Hans-Jochen Wagner, bekannt vor allem als Kommissar Friedemann Berg im Tatort, lebt seit fast 25 Jahren in Berlins Kreuzberg. Der Schauspieler, der die Entwicklung des Viertels über Jahrzehnte miterlebt hat, äußert sich nun besorgt über dessen veränderte Identität und die steigenden Lebenshaltungskosten.
In den 1990er-Jahren zog es Wagner nach Kreuzberg – angezogen von den günstigen Mieten und der lebendigen Mischung aus jungen Leuten, Künstlern und Studierenden. Damals prägten Kreativität und ein starkes Gemeinschaftsgefühl das Viertel. Heute führt er den Wandel auf Gentrifizierung zurück: Explodierende Mieten verdrängen langjährige Bewohner und verändern den Charakter des Stadtteils.
Der Schauspieler, der mit seiner Frau, der Schauspielerin und Regisseurin Nana Neul, in Berlin lebt, beobachtet einen Rückgang des bürgerlichen Engagements. Wo Kreuzberg einst von kollektiver Energie pulsierte, zieht sich die Bevölkerung zunehmend ins Private zurück. Der Verlust an Vielfalt und des einzigartigen Geistes des Viertels bereiten ihm große Sorgen. Neben seiner Schauspielkarriere bleibt Wagner politisch aktiv. Als bekennender Unterstützer der Grünen setzt er sich für soziale Belange ein und stand öffentlich an der Seite des Grünen-Politikers Winfried Kretschmann. Für ihn ist der Kampf für eine gerechtere Gesellschaft – auf und abseits der Bühne – eine Priorität.
Wagners Beobachtungen verdeutlichen die weitreichenden Folgen der Gentrifizierung für das kulturelle Gefüge Kreuzbergs. Mit steigenden Mieten und einer sich wandelnden Gemeinschaft steht die ursprüngliche Identität des Viertels vor wachsenden Herausforderungen. Seine Perspektive spiegelt die Ängste vieler langjähriger Bewohner wider, die mit ansehen müssen, wie sich ihr Zuhause verändert.
