Güterslohs Apotheken kämpfen ums Überleben – Brinkhaus besucht besorgte Apotheker vor Ort
Tom GießGüterslohs Apotheken kämpfen ums Überleben – Brinkhaus besucht besorgte Apotheker vor Ort
Ralph Brinkhaus, CDU-Bundestagsabgeordneter für Gütersloh, hat kürzlich die Linden-Apotheke besucht, um über die wachsenden Sorgen in der Branche zu sprechen. Apotheker im Kreis warnen vor steigenden Kosten, Schließungen und Verzögerungen bei der Umsetzung von Finanzreformen.
Der Besuch erfolgte, nachdem vier lokale Apotheker einen dringenden Brief an Brinkhaus geschickt hatten, in dem sie die finanziellen Belastungen und Personalprobleme ihres Berufsstands schilderten.
Dr. Olaf Elsner, Alexandra Lappe, Sven Buttler und Claudia Scherrer wiesen in ihrem Schreiben auf einen Anstieg der Betriebskosten um 65 Prozent in den letzten Jahren hin. Trotz dieses deutlichen Kostensprungs gab es jedoch keine Anpassung der Vergütung für Apotheken. Zudem äußerten sie Bedenken hinsichtlich geplanter Änderungen bei der Vertretung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten.
Während seines Besuchs betonte Brinkhaus die systemische Bedeutung von Apotheken, insbesondere in Krisenzeiten. Er forderte eine bessere Einbindung lokaler Apotheken in Notfallpläne. Gleichzeitig rief er die Apotheker dazu auf, ihre Forderungen in der öffentlichen Debatte klarer und mit einer gemeinsamen Stimme zu vertreten. Die Apotheker verwiesen auf einen drastischen Rückgang der lokalen Versorgungsangebote: Innerhalb des letzten Jahrzehnts habe jede fünfte Apotheke in Gütersloh schließen müssen. Patienten müssten nun weitere Wege für die notwendige Versorgung in Kauf nehmen.
Obwohl im Koalitionsvertrag die Vergütung von Apotheken thematisiert wird, verzögern sich konkrete Änderungen. Mit Verhandlungen sei frühestens 2027 zu rechnen. Brinkhaus unterstrich die Notwendigkeit einer "angemessenen Finanzierung", um sicherzustellen, dass Apotheken weiterhin Notfallversorgung leisten können. Die finanzielle Belastung erkannte er an, konkrete Lösungsvorschläge präsentierte er während des Besuchs jedoch nicht.
Der Besuch machte die Kluft zwischen steigenden Kosten und ausbleibenden Reformen bei der Finanzierung deutlich. Die Apotheker in Gütersloh warten nun auf klarere Zusagen zu finanzieller Unterstützung und politischen Änderungen. Ohne Handlungsdruck könnten weitere Schließungen die Versorgungssituation für Patienten zusätzlich verschärfen.
