05 February 2026, 16:29

Gil Ofarim zahlt Strafe – doch die Antisemitismus-Debatte um Stefan Raab bleibt

Eine Karikatur eines Mannes mit Zylinder und einer Frau in einem Kleid, die Stöcke halten, mit Menschen, die sitzen und liegen, und einem Text unten, der "Warrings Appeal to the Working Men of Poole" liest.

Gil Ofarim zahlt Strafe – doch die Antisemitismus-Debatte um Stefan Raab bleibt

Der Rechtsstreit um den Sänger Gil Ofarim ist nach der Verhängung einer Geldstrafe beendet worden. Der Fall ging auf einen umstrittenen Vorfall aus dem Jahr 2021 in Köln zurück, bei dem Ofarim fälschlicherweise einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt hatte. Kürzlich hatte ein satirischer Beitrag des Top-Moderators Stefan Raab anlässlichen des Holocaust-Gedenktags die Kritik erneut entfacht.

Die Kontroverse begann 2021, als Ofarim behauptete, ein Hotelangestellter in Köln habe antisemitische Bemerkungen gemacht. Seine Vorwürfe stellten sich später als haltlos heraus, was zu öffentlichem Gegenwind führte. Jahre später, während seines Auftritts bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (RTLs Dschungelcamp), weigerte er sich, das Thema zu erörtern, und berief sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Seine Mitkandidaten drängten ihn zunächst auf Antworten, ließen die Sache dann aber fallen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am 27. Januar 2024 – dem Holocaust-Gedenktag – strahlte Stefan Raab eine Sonderfolge seiner Stefan Raab Show aus, in der er Ofarim verspottete. Der unter dem Titel Cash or Gil ausgestrahlte Beitrag machte sich darüber lustig, dass Ofarims Musik angeblich nur in der 'jüdischen Gemeinschaft' erfolgreich sei. Raab sprach zudem von einem fiktiven 'Betrugsgen' und äußerte abwertende Bemerkungen über Ofarims Vater, Abi Ofarim, wobei er antisemitische Klischees bediente. RTL zog die Folge und den Clip später von seiner Streaming-Plattform zurück und räumte ein, dass die Inhalte zu Missverständnissen führen könnten.

Das Verfahren gegen Ofarim wurde schließlich gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie Prominente mit Vorwürfen der Diskriminierung umgehen – und wer für seine Äußerungen Konsequenzen tragen muss.

Die Strafe beendet zwar den juristischen Streit, doch die Folgen von Raabs Beitrag bleiben bestehen. RTLs Entscheidung, die Folge zurückzuziehen, unterstreicht die Brisanz antisemitischer Darstellungen – besonders an einem Tag, der dem Gedenken gewidmet ist. Ofarims Schweigen zum ursprünglichen Vorfall hingegen lässt Zweifel an der Aufarbeitung der Vorfälle zurück.