Frauen in NRW-Wissenschaft: Mehr Führungspositionen, aber noch lange keine Gleichstellung
Patrik WesackImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - Frauen in NRW-Wissenschaft: Mehr Führungspositionen, aber noch lange keine Gleichstellung
Frauenanteil in Führungspositionen der Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen steigt – doch Gleichstellung bleibt unvollendet
Der Anteil von Frauen in hohen akademischen Positionen in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. Noch 2013 war weniger als jede fünfte Hochschulleitung weiblich, doch aktuelle Zahlen zeigen einen stetigen Anstieg. Trotz der Fortschritte bleiben Frauen in Schlüsselpositionen vieler Fachbereiche jedoch weiterhin unterrepräsentiert.
2013 besetzten Frauen nur 18,9 Prozent der Führungspositionen an den Hochschulen des Landes. Bis 2024 stieg dieser Wert auf 41,7 Prozent – und liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent. Mittlerweile werden 15 der 42 Hochschulen in NRW von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet.
Auch der Anteil der Professorinnen hat sich erhöht: von 21,8 Prozent im Jahr 2013 auf 29,6 Prozent 2023. Allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den Fachbereichen. In den Geisteswissenschaften sind mit 46,3 Prozent fast jede zweite Professur mit einer Frau besetzt, während es in den Ingenieurwissenschaften nur 17,7 Prozent sind. Auch in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (25,6 Prozent) sowie in der Rechtswissenschaft (27,2 Prozent) ist der Frauenanteil vergleichsweise niedrig.
Ein weiteres Muster bleibt bestehen: Je höher die Besoldungsstufe der Professoren, desto geringer ist der Frauenanteil. Verantwortliche betonen, dass die Anerkennung und Förderung der Expertise von Wissenschaftlerinnen eine gemeinsame Priorität sein müsse.
Die Daten zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Lücken bei der Geschlechterrepräsentation im akademischen Personal NRWs. Zwar hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich verbessert, doch stellen sie weiterhin weniger als ein Drittel aller Professoren. Die Herausforderung liegt nun darin, die erreichten Erfolge zu festigen und die Ungleichheiten zwischen den Fachbereichen sowie den Gehaltsstufen zu verringern.
