19 June 2026, 22:07

Ford-Streik 1973: Wie Migrant:innen die deutsche Arbeitsgeschichte prägten

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Ford-Streik 1973: Wie Migrant:innen die deutsche Arbeitsgeschichte prägten

Ein neues Buch wirft Licht auf einen entscheidenden Moment der deutschen Arbeitsgeschichte. Herausgegeben von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis, beleuchtet es den Ford-Streik von 1973 und seine nachhaltige Wirkung. Der unter dem Titel „Der Streik half mir, als junger Mensch Kraft zu entwickeln“ erschienene Sammelband vereint 15 Beiträge, die die Kontroversen und die Bedeutung dieses Ereignisses untersuchen.

Der Ford-Streik begann als Protest vor allem von Migrant:innen gegen harte Arbeitsbedingungen. Ihre Forderungen umfassten eine zusätzliche D-Mark pro Stunde sowie mehr Würde am Arbeitsplatz. Am 30. August 1973 spitzte sich die Lage zu, als einige deutsche Beschäftigte und Polizisten die Streikenden angriffen, woraufhin es zu brutaler Niederschlagung durch Werksschutz und Behörden im Kölner Ford-Werk kam.

Das Buch analysiert diesen Streik als Ausgangspunkt für die Selbstermächtigung von Migrant:innen in antirassistischen Bewegungen. Es thematisiert zudem weitere erfolgreiche, von Migrant:innen geführte Arbeitskämpfe des Jahres 1973, etwa bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt. Beiträge ehemaliger IG-Metall-Funktionäre wie Witich Rossmann und Nihat Öztürk sind darin enthalten, ebenso wie Diskussionen über aktuelle Kämpfe von migrantischen Arbeitskräften – etwa denen von Fahrradkurieren.

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Die Veröffentlichung unterstreicht die Rolle des Streiks für die Durchsetzung von Rechten migrantischer Beschäftigter. Sie verbindet historische Ereignisse mit gegenwärtigen arbeitspolitischen Herausforderungen und liefert eine detaillierte Schilderung der Kämpfe und Erfolge von Migrant:innen in der deutschen Arbeitswelt. Das Buch bietet eine Plattform für vielfältige Perspektiven auf einen prägenden Moment der Arbeitskampfgeschichte.

Quelle