Felix Banaszak will Männlichkeit neu definieren – und junge Männer zurückgewinnen
Marlene SeifertFelix Banaszak will Männlichkeit neu definieren – und junge Männer zurückgewinnen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für eine offenere Debatte über Männlichkeit und Geschlechterrollen ein. Sein Engagement kommt zu einer Zeit, in der sich immer mehr junge Männer der rechtsextremen Szene zuwenden – während er betont, dass starre Geschlechterklischees allen schaden. Kürzlich hat er Initiativen ergriffen, um Männer in feministische Diskurse einzubinden, und sogar in der Playboy seine Positionen dargelegt.
Banaszaks Haltung zu Geschlechterfragen hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Nach Vorwürfen wegen eines Übergriffs durch den Schauspieler Christian Ulmen vertrat er eine härtere Linie gegenüber männlichem Verhalten – einschließlich des eigenen. Doch heute legt er Wert auf Ausgewogenheit und setzt bei der Ansprache junger Männer auf Dialog statt auf Konfrontation.
Sein Einsatz bleibt nicht bei Worten stehen. So besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, und forderte bessere Förderung für ähnliche Initiativen. Innerhalb der Grünen wirbt er für geschützte Räume, in denen Männer offen über Geschlechterthemen sprechen können.
Auch sein persönlicher Stil bricht mit Klischees: Sein Büro ist pink gestrichen – eine Farbe, die er bewusst wählt, ähnlich wie der Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne große Kritik pink trug. Banaszak argumentiert, dass traditionelle Männlichkeitsbilder Männer genauso einengen wie Geschlechterrollen Frauen beschränken, und betont, dass Männer ein Interesse an Feminismus haben sollten.
Sein Engagement fällt in eine Zeit politischer Umbrüche. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien wählten. Vor der Europawahl 2024 behauptete der AfD-Politiker Maximilian Krah sogar, ledige Männer gehörten „nach rechts“, um Partnerinnen zu finden – eine Aussage, der Banaszaks Arbeit indirekt entgegenwirkt.
Banaszaks Kampagne unterstreicht die wachsende Kluft zwischen jungen Männern und Frauen in der politischen Haltung. Indem er Männer für feministische Themen gewinnt und Basisinitiativen unterstützt, will er die Debatte über Männlichkeit neu prägen. Ob sich dadurch Wahlverhalten oder gesellschaftliche Einstellungen ändern, bleibt abzuwarten.






