14 March 2026, 00:12

FDP nach historischer Wahlniederlage in Baden-Württemberg am Abgrund

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der schwarzen Schrift 'Diskussion' darauf, die die Schlagzeile 'Semanario Repúblicano Democrático Federal' trägt.

FDP nach historischer Wahlniederlage in Baden-Württemberg am Abgrund

Die Freie Demokratische Partei (FDP) steckt nach einer verheerenden Niederlage bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg in einer tiefen Krise. Mit nur 4,4 Prozent der Stimmen verfehlte die Partei die Fünf-Prozent-Hürde und verliert damit erstmals seit über 70 Jahren ihre Mandate im Landtag. Der Landesvorsitzende Henning Höne sprach nun von einer "existenzbedrohenden Krise" für die FDP.

Die Probleme der Liberalen verschärften sich nach dem Scheitern beim Einzug in den Bundestag bei der Wahl 2025. Seither versucht die Partei unter Bundesvorsitzendem Christian Dürr, sich als Reformkraft neu aufzustellen. Doch der Einbruch auf 4,4 Prozent in Baden-Württemberg markiert einen historischen Tiefpunkt.

Anders als in Baden-Württemberg hält sich die FDP in Nordrhein-Westfalen stabiler: Hier konnte sie mit 5,9 Prozent das Ergebnis der Wahl 2022 halten. Diese regionale Diskrepanz zeigt die ungleiche Verankerung der Partei in Deutschland. Höne, mit 39 Jahren einer der jüngsten Hoffnungsträger, wird neben Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Wolfgang Kubicki, Bijan Djir-Sarai und Linda Teuteberg als möglicher Nachfolger Dürrs gehandelt.

Auf die Frage nach Dürrs Zukunft vermied Höne direkte Kritik, betonte aber, dass interne Gespräche liefen. Seine Äußerungen deuten auf eine verhaltene Distanz zur aktuellen Führungsspitze hin, zugleich warnte er davor, einen Wechsel an der Spitze als Allheilmittel zu betrachten. Der nächste Bundesparteitag findet zwar vom 30. bis 31. Mai in Berlin statt, doch Wahlen zum Parteivorstand stehen noch nicht an.

Höne würdigte zwar die Verdienste erfahrener Mitglieder wie Kubicki und Strack-Zimmermann, machte aber deutlich, dass auch die breite Basis – von Landes- bis zu Kommunalpolitikern – in einen Neuanfang eingebunden werden müsse.

Die FDP steht nun vor einer entscheidenden Phase: Mit sinkenden Umfragewerten und internen Führungsdebatten muss sie ihre Schwächen angehen, bevor der nächste Parteitag ansteht. Ob es ihr gelingt, wieder politisches Gewicht zu gewinnen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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