Evonik streicht 1.000 Jobs und ändert Dividendenpolitik bis 2026
Marlene SeifertEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik streicht 1.000 Jobs und ändert Dividendenpolitik bis 2026
Evonik kündigt Abbau von 1.000 Stellen bis 2026 an
Der Chemiekonzern Evonik hat Pläne bekannt gegeben, seine Belegschaft bis 2026 um 1.000 Arbeitsplätze zu verringern. Der Schritt erfolgt im Rahmen einer Anpassung an das schwierige wirtschaftliche Umfeld und einer Neuausrichtung der Finanzstrategie. Zudem kündigte Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann eine neue Dividendenpolitik an, die dem Unternehmen mehr Flexibilität verschaffen soll.
Im Jahr 2025 verzeichnete Evonik einen Umsatzrückgang von 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Schwache Marktbedingungen trugen zu diesem Rückgang bei, während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) um 9 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro sank.
Für 2026 prognostiziert Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Trotz anhaltender Herausforderungen bleibt das Unternehmen auf langfristige Stabilität fokussiert. Die neue Dividendenpolitik sieht für 2025 eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie vor, gefolgt von jährlichen Ausschüttungen in Höhe von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernjahresüberschusses.
In den vergangenen fünf Jahren sah sich Evonik wachsendem Wettbewerb durch chinesische Hersteller wie Wanhua Chemical und Sinopec ausgesetzt. Günstigere Konkurrenten haben dem Unternehmen in Schlüsselsegmenten wie Kieselsäure, Methionin und Hochleistungs-Polymeren Marktanteile abgenommen – global beläuft sich der Verlust auf etwa 2 bis 4 Prozent. Dennoch hat Evonik die Innovation vorangetrieben: Zwischen 2020 und 2024 meldete das Unternehmen 15 Prozent mehr Patente im Bereich nachhaltiger und biobasierter Chemikalien an. Der Umsatz mit neuen Produkten stieg 2024 auf 1,2 Milliarden Euro.
Die RAG-Stiftung, größter Aktionär von Evonik, unterstützt den überarbeiteten Dividendenansatz. Die neue Politik soll dem Unternehmen mehr finanzielle Handlungsspielräume eröffnen, während es sich in einem sich wandelnden Branchenumfeld behauptet.
Die Stellenstreichungen und die Änderungen bei der Dividende spiegeln Evoniks Reaktion auf wirtschaftliche Zwänge und wettbewerbsbedingte Herausforderungen wider. Mit der prognostizierten EBITDA-Spanne für 2026 positioniert sich das Unternehmen für eine flexiblere Zukunft. Der Fokus auf Innovation und die Rückendeckung der Aktionäre deuten auf eine Strategie hin, die auf Widerstandsfähigkeit und gezieltes Wachstum setzt.
