Evonik-Chef Kullmann warnt vor AfD-Nähe in der deutschen Wirtschaftselite
Tom GießEvonik-Chef warnt kleine Unternehmen vor Annäherung an AfD - Evonik-Chef Kullmann warnt vor AfD-Nähe in der deutschen Wirtschaftselite
Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat sich gegen die wachsenden Verbindungen zwischen mittelständischen deutschen Unternehmen und der rechtspopulistischen AfD ausgesprochen. Seine Äußerungen folgen auf eine jüngste Kontroverse um die Einladung von AfD-Abgeordneten durch einen Wirtschaftsverband. Die Debatte zeigt die zunehmenden Spannungen über politischen Einfluss in der deutschen Wirtschaftswelt auf.
Auslöser des Streits war die Einladung von AfD-Politikern zu einer parlamentarischen Veranstaltung des Verbands der Familienunternehmen im Oktober 2025. Dieser Schritt löste heftige Kritik aus, woraufhin mehrere prominente Mitglieder die Organisation verließen. Unter dem öffentlichen Druck zog der Verband die Einladung später zurück.
Kullmann kritisierte den Trend, dass sich Unternehmen der AfD annähern, und führte dies auf Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zurück. Er warnte, solche Kooperationen könnten autoritäre Politik salonfähig machen. Der Vorstandsvorsitzende forderte die Wirtschaftselite auf, jegliche Zusammenarbeit mit der Partei kategorisch abzulehnen.
Evonik, das 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro erzielte und über 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, zählt zu den einflussreichsten Konzernen der deutschen Bahn. Größter Anteilseigner ist die RAG-Stiftung mit knapp 47 Prozent der Anteile. Kullmanns Haltung spiegelt die wachsende Sorge wider, dass die AfD bei Unternehmensführern in wirtschaftlich unsicheren Zeiten an Zuspruch gewinnt.
Die Kontroverse offenbart die Spaltungen in der deutschen Bahn über politisches Engagement. Zwar haben sich einige Firmen von der AfD distanziert, doch gibt es keine öffentlichen Daten, die einen breiteren Rückzug der Unterstützung seit 2023 belegen. Kullmanns Stellungnahme erhöht den Druck auf Unternehmen, vor künftigen politischen Kontakten klar Position zu beziehen.
