27 April 2026, 02:15

Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels

Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Russlands Erdgasimporten in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze angibt.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. In einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung argumentierte er, die bisherigen Regeln benachteiligten die europäische Industrie massiv im Vergleich zu globalen Konkurrenten.

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Die Kritik fällt in eine Phase, in der Kullmann auch den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU als wirkungslos abtat – er bezeichnete ihn als "bürokratischen Trick ohne echten Effekt". Seine Äußerungen spiegeln wachsende Bedenken gegenüber der europäischen Klimapolitik wider. Das aktuelle ETS treibe lediglich die Kosten für Unternehmen in die Höhe, ohne die globalen Emissionen zu senken, so Kullmann. Gleichzeitig profitierten Konkurrenten in anderen Regionen von staatlicher Förderung, günstigerer Energie und niedrigeren Rohstoffpreisen.

Unter Kullmanns Führung hat sich Evonik zu einem Vorreiter bei der Emissionsreduktion entwickelt. Dennoch warnte er, dass sich die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschärft hätten: Immer mehr Länder stellten nun eigene Interessen über gemeinsame Klimaziele. Der derzeitige CO₂-Preismechanismus sorge nicht für faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Hersteller, betonte er.

Die Aussagen des Managers unterstreichen die zunehmende Unzufriedenheit in der Schwerindustrie. Zwar habe Evonik Fortschritte bei der Nachhaltigkeit erzielt, doch ohne tiefgreifende Reformen drohten die grünen Politikvorgaben der EU die industrielle Basis zu schwächen – statt echten Wandel voranzutreiben, so Kullmann.

Sein Reformappell setzt die EU-Politiker unter Druck, die Klimaregeln neu zu überdenken. Die Kritik an ETS und CBAM deutet auf eine wachsende Kluft zwischen Industrievertretern und Brüssel hin, wenn es darum geht, Wettbewerbsfähigkeit und Emissionsziele in Einklang zu bringen. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund steigender Kosten für europäische Hersteller und einer sich verschärfenden globalen Konkurrenz.

Quelle