EU-Mercosur-Abkommen schafft historische Freihandelszone für 700 Millionen Menschen
Nelly GirschnerEU-Mercosur-Abkommen schafft historische Freihandelszone für 700 Millionen Menschen
EU-Mercosur-Handelsabkommen besiegelt: Größte Freihandelszone der Welt entsteht
Das EU-Mercosur-Handelsabkommen ist nun finalisiert und schafft die größte Freihandelszone der Welt. Das am 17. Januar 2026 in Paraguay unterzeichnete Abkommen umfasst über 700 Millionen Menschen in Europa und Südamerika. Unternehmensvertreter aus der Bergischen Region in Deutschland begrüßen den Schritt als bedeutenden Schub für Exporteure.
Das Abkommen sieht die schrittweise Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter vor, darunter Autos, Autoteile und Maschinen. Für deutsche Unternehmen – insbesondere Maschinenbauer, Chemiehersteller und Energiekonzerne – bedeutet dies geringere Kosten beim Verkauf in den Mercosur-Märkten. Die Zölle auf 95 Prozent der Maschinenprodukte entfallen vollständig, während die Abgaben auf Chemikalien, die derzeit bis zu 18 Prozent betragen, schrittweise abgeschafft werden.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bergisch Land lobt die Vereinbarung als Stärkung des regelbasierten Freihandels. Curt Mertens, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Außenwirtschaft, betonte die Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Daria Stottrop, Leiterin der Abteilung Internationales Geschäft der Kammer, verwies darauf, dass das Abkommen Unternehmen aus der Bergischen Region den Zugang zu 260 Millionen Verbrauchern in Südamerika erleichtern werde.
Allein im Jahr 2024 exportierten Firmen aus Nordrhein-Westfalen Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro in die Mercosur-Staaten. Durch den Wegfall von Handelsbarrieren dürfte diese Zahl weiter steigen – vor allem für Zulieferer der Automobilbranche und Maschinenbauer.
Das Abkommen bietet klare Vorteile für europäische Exporteure: Es senkt die Kosten und verbessert den Marktzugang. Besonders Unternehmen aus der Bergischen Region, die bereits zu den wichtigsten Handelspartnern der Mercosur-Länder zählen, werden von den neuen Bedingungen profitieren. Die Umsetzung des Abkommens wird nun von Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks mit Spannung verfolgt.
