Erste europäische Lithium-Ionen-Zelle aus Münster revolutioniert Batterieproduktion
Tom GießErste europäische Lithium-Ionen-Zelle aus Münster revolutioniert Batterieproduktion
Meilenstein: Erste Nachrichten über europäische Batteriezelle aus Forschungsfabrik in Münster
Teaser: Eine "PreFab"-Anlage hat die erste funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle mit einer rein europäischen Prozesskette hergestellt. Es geht um technologische Souveränität.
15. Dezember 2025, 17:04 Uhr
Deutschland hat in der Batterietechnologie einen bedeutenden Schritt nach vorne gemacht: Die erste voll funktionsfähige Lithium-Ionen-Zelle wurde erfolgreich produziert. Die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster stellte die Zelle unter Nutzung einer komplett europäischen Lieferkette her. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bezeichnete den Erfolg als "Meilenstein für die industrielle Zukunft des Landes".
Die FFB in Münster ist ein zentraler Baustein im deutschen Vorhaben, eine eigenständige Batterieindustrie aufzubauen. Das Projekt wird von Bund und Ländern finanziert: Berlin stockte seine Förderung von ursprünglich 500 Millionen Euro auf 750 Millionen Euro auf, Nordrhein-Westfalen steuerte rund 320 Millionen Euro für Grundstücke und Forschungsgebäude bei. Weitere Unterstützung kommt von der Fraunhofer-Gesellschaft, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen.
In der PreFab-Produktionslinie der Anlage entstand die erste Zelle mit einer durchgehend europäischen Wertschöpfungskette – von der Elektrodenherstellung bis zur fertigen, geladenen Einheit. Dieser Durchbruch unterstreicht die Bemühungen, die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu verringern und Europas Position in der Batterietechnologie zu stärken. Gleichzeitig dient die FFB als Forschungsplattform, auf der Unternehmen und Wissenschaftler neue Batteriedesigns testen und optimieren können.
Bis 2035 soll das Projekt ein wettbewerbsfähiges Netzwerk für Batterieproduktion und -recycling in Deutschland etablieren, eingebunden in ein europäisches Gesamtsystem. Die Anlage überbrückt die Lücke zwischen Laborforschung und Massenproduktion und beschleunigt so den Transfer von Innovationen aus der Entwicklung in den Markt – ein Prozess, der als "Lab to Fab" (vom Labor in die Fabrik) bekannt ist. Die hier entwickelten Batterien werden eine Schlüsselrolle bei der Umstellung auf klimaneutralen Verkehr und Energie spielen.
Die erste in Europa gefertigte Lithium-Ionen-Zelle markiert einen entscheidenden Fortschritt für den deutschen Batteriesektor. Mit erheblichen öffentlichen und privaten Investitionen hat sich die FFB zu einer zentralen Schnittstelle für Forschung und industrielle Zusammenarbeit entwickelt. Der Erfolg des Projekts bringt das Land seinem Ziel näher: Energieunabhängigkeit und eine führende Rolle in nachhaltiger Technologie.
