12 February 2026, 04:21

Energiewende in Deutschland: Gasboom und stockende Wasserstoffpläne gefährden Klimaziele

Eine Balkendiagramm, das den Stromertrag der Bundesl├Ąnder nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zus├Ątzliche Dateninformationen bereitstellt.

Energiewende in Deutschland: Gasboom und stockende Wasserstoffpläne gefährden Klimaziele

Bundesländer Deutschlands steht vor neuen Herausforderungen bei der Energiewende, während das Land den steigenden Gasbedarf mit Verzögerungen beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in Einklang bringen muss. Ein aktueller Bericht mit dem Titel "Gasbilanz 2025", der auf der Essener Fachmesse E-world vorgestellt wurde, zeigt, dass der Ausbau von Wasserstoffprojekten ins Stocken gerät, während der Gasverbrauch um 3 % auf 835 Terawattstunden (TWh) gestiegen ist.

Da Kohlekraftwerke vom Netz gehen, werden in den kommenden Jahren über 30 Gigawatt (GW) gesicherter Leistungskapazität wegfallen. Dies erhöht den Druck auf die Bundesregierung, ihre Kraftwerksstrategie zu beschleunigen, um die Netzstabilität zu gewährleisten.

Laut dem Bericht kommen Deutschlands Wasserstoffpläne nur langsam voran. Noch 2024 waren 11 GW an Elektrolyseprojekten bis 2030 geplant – doch bereits 2025 sind nur noch 7,2 GW auf Kurs. Hohe Stromkosten, unklare regulatorische Rahmenbedingungen und ein Mangel an langfristigen Abnehmern haben dazu geführt, dass viele Vorhaben verschoben oder ganz gestrichen wurden.

Trotz dieser Rückschläge gibt es Fortschritte bei der Infrastruktur: Rund 525 Kilometer Wasserstoff-Pipelines wurden im vergangenen Jahr fertiggestellt und bilden das Rückgrat des neuen Netzes. Doch der weitere Ausbau verläuft zäh.

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Gas erlebt unterdessen eine Renaissance. Sein Anteil am Primärenergieverbrauch stieg 2025 von 25,9 % auf 26,9 %. Zwar stoßen Gaskraftwerke mit etwa 392 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (kWh) deutlich weniger aus als Kohlemeiler – doch im Vergleich zu Ländern, die die Kohle bereits abgeschafft haben, hinkt Deutschlands Stromsektor hinterher.

Biomethan gewinnt als erneuerbare Alternative an Fahrt: 2025 wurden 11,5 TWh in das Gasnetz eingespeist. Der Großteil wird für Heizzwecke genutzt, doch auch Industrie, Stromerzeugung und Verkehr greifen zunehmend darauf zurück. Allerdings sind zentrale Fragen wie Netzzugang und Zertifizierung in den EU-Marktregeln noch nicht geklärt – die Zukunft von Biomethan bleibt damit ungewiss.

Die "Gasbilanz 2025" markiert einen entscheidenden Moment für die deutsche Energiewende. Angesichts des Kohleausstiegs und der stockenden Wasserstoffprojekte muss das Land nun steigende Gasnachfrage mit seinen Klimazielen vereinen. Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen – sowohl für die Netzstabilität als auch für die Senkung der Emissionen.