Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Nelly GirschnerDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Diese Woche Donnerstag wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung, die sich am sogenannten "Zürcher Modell" aus der Schweiz orientiert, soll die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof verbessern. Die Stadt hat für das Projekt bereits 3,3 Millionen Euro im diesjährigen Haushalt eingeplant.
Die Initiative stößt jedoch auf Widerstand. Während die Stadtverwaltung betont, dass das Zentrum öffentliche Räume sicherer machen werde, lehnen Anwohner und Schulen den gewählten Standort ab. Eine Bürgerinitiative hat bereits über 2.200 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt.
Das Zentrum soll ein breites Angebot umfassen, darunter Beratungsgespräche, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung. Der Betrieb startet im Sommer in einem modularen System, das eine schrittweise Erweiterung ermöglicht.
An der Donnerstagssitzung nehmen Vertreter aus der Sozialarbeit und der Straßenberatung teil. Sie werden auf die Bedenken der Anwohner eingehen und erläutern, wie das Zürcher Modell funktioniert. Dieses kombiniert kontrollierte Konsumräume mit weiteren Hilfsangeboten wie Wohnungsvermittlung und Suchtbehandlung.
Die Erfahrungen aus der Schweiz zeigen gemischte Ergebnisse. In Zürich sanken die Todesfälle durch Überdosen zwischen 2020 und 2025 nach der Ausweitung ähnlicher Einrichtungen um 25 Prozent. Mehr als 70 Prozent der Nutzer begannen eine langfristige Therapie, und der öffentliche Drogenkonsum ging zurück. Dennoch bleiben Herausforderungen, darunter Personalmangel und eine seit der Pandemie gestiegene Nachfrage nach Hilfsangeboten.
Trotz dieser Zahlen bleibt die "Bürgerinitiative Eisenstraße" skeptisch. Viele Anwohner – insbesondere in der Nähe von Schulen – halten den Standort für ungeeignet. Die Stadt betont hingegen, dass das Zentrum offene Drogenszenen verringern und die Sicherheit am Bahnhof erhöhen werde.
Mit 3,3 Millionen Euro Förderung und einem Start im Sommer nimmt das Projekt Fahrt auf. Bei Erfolg könnte es Zürichs Beispiel folgen und Überdosen sowie öffentlichen Drogenkonsum reduzieren. Doch der Widerstand der Anwohner und logistische Hürden könnten die künftige Wirkung beeinflussen.