Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz und sammelt Millionen ein
Nelly GirschnerDüsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz und sammelt Millionen ein
Ein Düsseldorfer Startup nimmt eine der größten Klimaherausforderungen der Bauindustrie in Angriff. Co-reactive, 2024 gegründet, hat ein Verfahren entwickelt, um CO₂ in Zementersatzstoffe umzuwandeln, die die Emissionen deutlich reduzieren. Mit diesem Ansatz ist das Unternehmen in Deutschland einzigartig – und hat nun 6,5 Millionen Euro eingesammelt, um die Technologie in großem Maßstab einzuführen.
Die Zementproduktion verursacht etwa 8 % der globalen CO₂-Emissionen. Steigende CO₂-Preise könnten die Herstellungskosten innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu 100 % in die Höhe treiben. Traditionelle Alternativen wie Flugasche und Hüttensand werden zudem knapper, da Kohlekraftwerke stillgelegt und die Stahlproduktion umgestellt wird.
Co-reactive setzt CO₂ in so genannte sekundäre Zementhauptbestandteile (SCMs) um, die den besonders emissionsintensiven Klinker ersetzen. Die Technologie lässt sich problemlos in bestehende Produktionslinien integrieren – ohne aufwendige Umbauten in den Fabriken.
Im Januar 2026 schloss das Startup eine Seed-Finanzierungsrunde über 6,5 Millionen Euro ab, angeführt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Weitere Investoren waren die NRW.Bank, HBG Ventures, AFI Ventures, Evercurious VC sowie private Geldgeber. Die Mittel fließen in den Bau einer Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen bis zum zweiten Quartal 2026.
Ab 2027 plant Co-reactive den Bau größerer Anlagen direkt an Zement- und Stahlstandorten. Dort soll CO₂ aus industriellen Prozessen vor Ort mineralisiert und in kohlenstoffnegative Baustoffe umgewandelt werden.
Die Technologie von Co-reactive bietet einen direkten Weg, um die Emissionen in der Zement- und Betonindustrie zu senken. Die ersten Anlagen im Industriemaßstab sollen 2027 an den Start gehen – mit Partnern, die bereits feststehen. Gelingt der Durchbruch, könnte der Ansatz helfen, eine der schwer zu vermeidenden CO₂-Quellen der Schwerindustrie einzudämmen.
