Düren deckt massiven Kindergeldbetrug auf – 16.000 Euro bereits zurückgefordert
Marlene SeifertDüren deckt massiven Kindergeldbetrug auf – 16.000 Euro bereits zurückgefordert
Düren geht als eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen gegen Kindergeldbetrug vor – im Rahmen des Projekts MISSIMO. Behörden arbeiten hier Hand in Hand, um Fälle aufzudecken, in denen Familien zu Unrecht Leistungen für Kinder beziehen, die nicht mehr in Deutschland leben.
An der Initiative beteiligen sich das Familienkassenamt, die örtliche Polizei, das Jobcenter und die Stadtverwaltung. Im Fokus stehen Familien, die weiterhin Kindergeld erhalten, obwohl ihre Kinder sich länger als sechs Monate im Ausland aufhalten – oder die sogar selbst das Land verlassen haben.
In der ersten Phase der Überprüfungen wurden 13 verdächtige Fälle mit 32 Kindern identifiziert, die an ihren gemeldeten Wohnsitzen nicht auffindbar waren. Alle stehen nun unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung, da der betrügerische Bezug von Sozialleistungen in Deutschland eine Straftat darstellt. Warnsignale sind etwa unentschuldigtes Schulfehlen, nicht wahrgenommene Arzttermine oder fehlende Wohnsitznachweise.
Die verschärften Kontrollen haben bereits zu einer Rückforderungsforderung in Höhe von 16.000 Euro geführt und weitere Auszahlungen im sechsstelligen Bereich gestoppt. Die Verantwortlichen betonen, dass das Projekt Betrüger bestrafen soll, während ehrlichen Steuerzahlern, die das System finanzieren, Sicherheit gegeben wird.
Auch andere Kommunen in der Region haben ähnliche Maßnahmen ergriffen; der Kreis Unna bereitet sich auf den Anschluss vor.
Das MISSIMO-Projekt in Düren hat bereits Dutzende Unregelmäßigkeiten aufgedeckt und tausende Euro an falsch gezahlten Leistungen zurückgeholt. Die Ermittlungen laufen weiter, und die Behörden rechnen mit weiteren Fällen. Das Vorhaben dient als Vorbild für landesweite Bemühungen, Sozialleistungsbetrug in Nordrhein-Westfalen einzudämmen.
