Duisburger DVV entlässt zwei Manager nach Gehaltsaffäre und Justizbehinderung
Tom GießExorbitante Gehälter für Works Councils? DVV-Chefs entlassen - Duisburger DVV entlässt zwei Manager nach Gehaltsaffäre und Justizbehinderung
Die Duisburger Stadtwerke und Verkehrsgesellschaft DVV hat zwei Führungskräfte nach Vorwürfen wegen Gehaltsunregelmäßigkeiten entlassen. Im Mittelpunkt des Skandals stehen überhöhte Zahlungen an Mitglieder des Betriebsrats, die weit über den üblichen Sätzen lagen. Ein anonymer Hinweis hatte die Untersuchungen wegen möglichen Fehlverhaltens ausgelöst.
Die Untersuchungen begannen, nachdem Stadtvertreter einen anonymen Bericht über verdächtige Gehaltszahlungen erhalten hatten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun Vorwürfe des Vertrauensbruchs sowie Verstöße gegen das deutsche Betriebsverfassungsgesetz. Mehreren Betriebsratsmitgliedern sollen unbefugte finanzielle Vorteile gewährt worden sein.
Ermittler durchsuchten die Wohnungen der beiden entlassenen Manager und beschlagnahmten Dokumente, digitale Speichermedien und Mobiltelefone. Die Behörden verdächtigen die Führungskräfte zudem, Mitarbeiter angewiesen zu haben, Beweismaterial zu vernichten. Zu den Anklagepunkten zählen nun auch Anstiftung zur Beweisunterdrückung und Justizbehinderung.
Zunächst hatten sich die beschuldigten Manager bereit erklärt, vorübergehend zurückzutreten. Später versuchten sie jedoch, die Untersuchungen zu behindern. Sören Link, Oberbürgermeister von Duisburg und Vorsitzender des DVV-Aufsichtsrats, reagierte darauf mit der Beauftragung einer externen Kanzlei, die eine unabhängige Überprüfung durchführen soll.
Die DVV, einer der größten Arbeitgeber der Stadt mit über 4.500 Beschäftigten, hatte sich bisher nicht zu ähnlichen Fällen von Vergütungsunregelmäßigkeiten in anderen deutschen Kommunen oder Unternehmen geäußert. In öffentlichen Unterlagen finden sich keine früheren Stellungnahmen oder Maßnahmen zu verwandten Themen.
Die Untersuchungen dauern an, während die Staatsanwaltschaft Beweise für mögliche finanzielle Vergehen und Behinderung der Justiz sammelt. Die entlassenen Führungskräfte stehen weiterhin unter Beobachtung, während die externe Prüfung das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten klären soll. Die DVV hat bisher keine öffentliche Stellungnahme zum laufenden Fall abgegeben.
