DSL-Aus in Deutschland: Telekom plant schrittweise Abschaltung bis 2030
Tom GießDSL-Aus in Deutschland: Telekom plant schrittweise Abschaltung bis 2030
Deutschland rückt näher an das Ende langsamer Internetverbindungen über herkömmliche Telefonleitungen. Die Bundesregierung plant, ältere DSL-Anschlüsse schrittweise zugunsten schnellerer Telekom-Glasfasernetze abzuschaffen. Allerdings bleibt der genaue Zeitplan für viele Regionen unklar.
Der Wandel hat bereits Reaktionen großer Anbieter wie der Deutschen Telekom ausgelöst, die Bedenken hinsichtlich der Kundenbindung bei erzwungenen Trennungen geäußert hat.
Die Bundesnetzagentur wird DSL-Dienste in Gebieten abschalten, in denen die Glasfaserabdeckung der Deutschen Bahn mindestens 80 Prozent erreicht. Der Prozess beginnt frühestens 2030 und folgt einem strengen Fahrplan: Kunden erhalten 36 Monate Vorlaufzeit, es gibt ein 24-monatiges Verbot für neue DSL-Verträge sowie Unterstützung bei der Umstellung. Ein bundesweiter Stichtag steht jedoch noch nicht fest, was für betroffene Nutzer Unsicherheit bedeutet.
Unterdessen hat die Deutsche Telekom ihre Finanzstrategie angepasst. Seit dem 5. Januar 2026 hat das Unternehmen 3.036.911 eigene Aktien zurückgekauft. Der im Volumen von rund 42,3 Millionen Euro abgewickelte Rückkauf erfolgte elektronisch über Xetra durch eine beauftragte Bank.
Das Unternehmen warnt zudem, dass zwangsweise DSL-Abschaltungen zu Kundenverlusten führen könnten. Während der Glasfaserausbau der Deutschen Bahn beschleunigt wird, könnten einige Nutzer den Wechsel ablehnen oder nach Alternativen suchen, falls die Umstellung schwierig verläuft.
Die schrittweise Abschaltung von DSL wird mehr Haushalte in Richtung Telekom-Glasfaseranschlüsse drängen. Der Aktienrückkauf der Deutschen Telekom deutet auf Bemühungen hin, die eigene Position während des Übergangs zu stabilisieren. Vorerst sollten sich Kunden in gut erschlossenen Gebieten auf Veränderungen ab 2030 einstellen.
