Dramé-Brüder kämpfen gegen Abschiebung – trotz laufender Gerichtsverfahren um Polizeitod
Marlene SeifertDramé-Brüder kämpfen gegen Abschiebung – trotz laufender Gerichtsverfahren um Polizeitod
Sidy und Lassana Dramé droht trotz der anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruders Mouhamed Lamine Dramé die Abschiebung aus Deutschland. Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz in Dortmund tödlich erschossen. Seither kämpfen die Brüder um Gerechtigkeit – doch ihre Aufenthaltserlaubnisse liefen am 31. Januar 2026 aus.
Das Dortmunder Ausländeramt lehnte eine Verlängerung ab mit der Begründung, es gebe keinen triftigen Grund für ihren weiteren Aufenthalt. Unterstützer:innen argumentieren jedoch, die Brüder spielten eine zentrale Rolle bei der juristischen und politischen Aufarbeitung des Vorfalls.
Die Dramé-Brüder sind seit dem Tod von Mouhamed Lamine Dramé zentrale Figuren in den laufenden Gerichtsverfahren. Sie werfen der Polizei schwere Versäumnisse vor und haben gegen den Freispruch der beteiligten Beamten Berufung eingelegt. Ihre Anwält:innen bestehen darauf, dass sie in Deutschland bleiben müssen, um an weiteren rechtlichen Schritten persönlich teilnehmen zu können.
Ursprünglich hatte das Ausländeramt ihre Aufenthaltsgenehmigungen eingeschränkt und ihre Pässe eingezogen. Diese Entscheidung wurde nach einer Klage wieder aufgehoben. Dennoch beharrt die Behörde nun darauf, dass die Brüder den Berufungsprozess auch aus dem Senegal heraus begleiten könnten.
In einem offenen Brief, unterzeichnet von zahlreichen Organisationen, wird gefordert, den Brüdern ein dauerhaftes Bleiberecht und Arbeitserlaubnisse zu gewähren. Unterstützer:innen verweisen auf ihre wichtige Rolle im anhaltenden Rechtsstreit sowie auf ihr zwischenzeitlich etabliertes Leben in Deutschland. Unterdessen haben mindestens 15 Städte – darunter Berlin, Hamburg und Köln – Initiativen gestartet, um an Mouhamed Lamine Dramé zu erinnern und die Umstände seines Todes öffentlich aufzuarbeiten.
Die Brüder bleiben entschlossen, in Deutschland zu bleiben. Sollte ihre Berufung erfolgreich sein, wollen sie an allen künftigen Verfahren persönlich teilnehmen.
Die Entscheidung des Ausländeramts lässt die Brüder in einer unsicheren Situation zurück, während die juristischen Auseinandersetzungen weitergehen. Eine Abschiebung würde sie aus dem Land entfernen, in dem ihr Bruder starb und in dem sie um Gerechtigkeit kämpfen. Das Ergebnis ihres Rechtsmittels wird entscheiden, ob sie in Deutschland bleiben oder ihren Kampf von außerhalb führen müssen.
