DOKOM21 verkauft Essener Glasfasernetz an die Telekom nach Steuerbonus-Verlust
Tom GießDOKOM21 verkauft Essener Glasfasernetz an die Telekom nach Steuerbonus-Verlust
DOKOM21 verkauft sein 75 Kilometer langes Glasfasernetz in Essen an die Deutsche Telekom. Der Verkauf folgt auf den Verlust wichtiger Kunden, nachdem ein Steuerbonus im vergangenen Jahr ausgelaufen war. Das Unternehmen wird seine Investitionen nun auf den Ausbau der Netze in Dortmund konzentrieren.
Die Entscheidung für den Verkauf fiel, nachdem DOKOM21 am 1. Juli 2024 einen zentralen Steuervorteil verloren hatte. Dadurch ging die Zahl der Kunden im Wohnungssektor zurück, was die Wirtschaftlichkeit des Netzes beeinträchtigte. Das Unternehmen prüfte Optionen wie den Ausbau zu einem vollständigen FTTH-Netz oder die Beibehaltung der bestehenden Infrastruktur, verwarf dies jedoch wegen der hohen Kosten.
Eine weitere Möglichkeit wäre der Verkauf der Infrastruktur bei gleichzeitiger Sicherung des Zugangs über Open-Access-Vereinbarungen gewesen. Doch auch dies hätte erhebliche Investitionen erfordert, sodass sich der vollständige Verkauf als beste Lösung durchsetzte. Die Deutsche Telekom setzte sich als günstigster Bieter durch, wobei die Verhandlungen auf Augenhöhe geführt wurden.
Der Verkauf garantiert, dass es für die Kunden zu keinen Unterbrechungen kommt – sie behalten ihre FTTH-Dienste während der Übergangsphase. Sobald die Deutsche Telekom das Netz weiter ausbaut, können die Nutzer zudem zu anderen Anbietern wechseln. Die Mitgliedschaft von DOKOM21 im BUGLAS spielte bei der Entscheidung keine Rolle, da das Netz bereits zuvor zum Verkauf stand.
Mit diesem Deal zieht sich das Unternehmen vollständig aus dem Essener Markt zurück.
Die Erlöse aus dem Verkauf fließen in den Glasfaserausbau von DOKOM21 in Dortmund. Kunden in Frohnhausen und Huttrop werden weiterhin ohne Unterbrechung versorgt. Die Deutsche Telekom übernimmt den Netzbetrieb, ermöglicht aber gleichzeitig Wettbewerb durch eine offene Infrastruktur.
