18 January 2026, 00:57

DHL-Chef kritisiert Beschwerde-Statistiken der Deutschen Bahn und fordert Gewichtsreform

Screenshot der USPS Priority Mail-Seite mit dem Text "Priority Mail Now with Day Specific Delivery" und einer Karte, die den Dienstort zeigt.

DHL-Chef kritisiert Beschwerde-Statistiken der Deutschen Bahn und fordert Gewichtsreform

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat die Berichterstattung über Beschwerden zu den Zustelldiensten der Deutschen Bahn kritisiert. Er bezeichnete die jüngsten Statistiken als irreführend, da das Unternehmen nur einen Bruchteil der Kundenbeschwerden zur Kenntnis nehme. Unterdessen wird weiterhin über eine geplante Senkung des gesetzlichen Gewichtslimits für Sendungen diskutiert.

Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, ob das aktuelle Höchstgewicht von 31,5 Kilogramm gesenkt werden soll – obwohl die Gewerkschaft Verdi eine Begrenzung auf 20 Kilogramm fordert. Ab Januar 2025 wird DHL eine deutlichere Kennzeichnung für Pakete zwischen 10 und 20 Kilogramm sowie für Sendungen über 20 Kilogramm vorschreiben.

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Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 registrierte die Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden über die Dienstleistungen der Deutschen Bahn. Meyer wies diese Zahlen als wenig aussagekräftig zurück und argumentierte, sie erweckten den falschen Eindruck, das deutsche Postsystem versage. Er betonte, dass dem Unternehmen lediglich Details zu etwa fünf Prozent der Beschwerden vorlägen – der Großteil der Probleme bleibe für DHL unsichtbar.

Meyer sprach auch grundsätzliche Herausforderungen des klassischen Briefverkehrs an. Durch die Digitalisierung und rückläufige Briefvolumina sehe sich DHL gezwungen, Brief- und Paketzustellung zu kombinieren. Er räumte ein, dass die Leistung in letzter Zeit unter unerwartet hohen Sendungsmengen und Qualitätsproblemen im Sommer gelitten habe.

In der Debatte um das Gewichtslimit unterstützt Meyer eine Senkung der gesetzlichen Obergrenze auf 20 Kilogramm. Allerdings gebe es innerhalb der Regierung keine Einigkeit – einige Wettbewerber lehnten die Änderung ab. Die Gewerkschaft Verdi drängt seit Langem auf die Reduzierung und fordert politisches Handeln, doch eine Entscheidung steht noch aus.

Ab kommendem Jahr führt DHL neue Kennzeichnungsregeln ein: Pakete zwischen 10 und 20 Kilogramm sowie Sendungen über 20 Kilogramm müssen künftig Hinweise auf ihr erhöhtes Gewicht tragen.

Der Streit um die Gewichtsgrenzen für Sendungen bleibt vorerst ungelöst, während die Regierung auf Verdis Forderungen noch nicht reagiert hat. Die neuen Kennzeichnungspflichten von DHL treten im Januar 2025 in Kraft, während sich das Unternehmen weiterhin an die schrumpfenden Briefmengen anpasst. Meyers Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Spannungen um Servicequalität und regulatorische Änderungen im deutschen Postsektor.