01 January 2026, 04:22

Deutsche Bahn zwischen Dark-Pattern-Vorwürfen und T-Online-Milliardendeal

Ein Informationsschild, Gebäude, ein Schuppen, Bäume, Stromkabel und ein bewölkter Himmel.

Deutsche Bahn zwischen Dark-Pattern-Vorwürfen und T-Online-Milliardendeal

Deutsche Bahn gerät wegen manipulativer Online-Praktiken in die Kritik – und setzt gleichzeitig auf eine große T-Online-Partnerschaft

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Die Deutsche Bahn steht wegen des Vorwurfs rechtlich unter Druck, sie nutze manipulative Online-Taktiken, um Kunden die Kündigung von Verträgen zu erschweren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen eine bedeutende T-Online-Kooperation voran, mit der die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen verringert werden soll. Der Schritt könnte neue Einnahmequellen im Geschäftsbereich eröffnen.

Unterdessen bleibt die Aktie des Konzerns unter Druck: Sie notiert unter wichtigen technischen Marken, während Anleger auf die nächsten Quartalszahlen warten.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wirft der Deutschen Bahn vor, sogenannte "Dark Patterns" einzusetzen – täuschende Design-Tricks, die Verbrauchern die Vertragskündigung erschweren sollen. Die Verbraucherschützer haben bereits Klage eingereicht und argumentieren, die Online-Prozesse des Unternehmens würden Nutzer gezielt in die Irre führen, um sie in ihren Verträgen zu halten. Eine gerichtliche Entscheidung steht in dem Fall noch aus.

Auf einer anderen Ebene haben die Deutsche Bahn und die Schwarz Gruppe Pläne für den Aufbau einer europäischen "KI-Gigafactory“ bekannt gegeben. Das Projekt zielt darauf ab, eine unabhängige KI-Infrastruktur zu schaffen und so die Abhängigkeit von US-Hyperscalern wie Amazon und Microsoft zu verringern. Gelingt das Vorhaben, könnte die Allianz dem Telekommunikationsriesen neue B2B-Umsätze bescheren.

Finanziell hat die Aktie der Deutschen Bahn im frühen Jahr 2025 zu kämpfen: Aktuell liegt der Kurs bei 27,43 Euro – ein Minus von 6 Prozent seit Januar. Zudem notiert das Papier knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,11 Euro. Dennoch bleiben die Analysten von KeyBanc Capital Markets optimistisch und verweisen auf die starke Marktposition von T-Mobile US als wichtigen Wachstumstreiber. Ihre fairen Bewertungsschätzungen für die Aktie liegen zwischen 37 und 39 Euro. Für 2025 hat das Unternehmen zudem eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie festgelegt, die im April 2026 ausgezahlt werden soll. Weitere Klarheit werden Anleger erhalten, wenn die Deutsche Bahn am 26. Februar 2026 ihre nächsten Quartalsergebnisse vorlegt.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen um die "Dark Patterns" belasten das Unternehmen zusätzlich, während es gleichzeitig seine T-Online-Offensive vorantreibt. Sollte das Gigafactory-Projekt gelingen, könnte es das Geschäftsmodell der Bahn grundlegend verändern – doch der Erfolg hängt von der Umsetzung und der Marktakzeptanz ab. Mit den anstehenden Quartalszahlen Anfang nächsten Jahres werden Aktionäre genau beobachten, ob sich die Aktie erholt – oder weiter an Schwung verliert.