Deutsche Bahn verzichtet auf Modernisierung maroder Stellwerke an der Strecke Hagen–Köln
Marlene SeifertDeutsche Bahn verzichtet auf Modernisierung maroder Stellwerke an der Strecke Hagen–Köln
Große Modernisierungsarbeiten an der Bahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln lassen zentrale Infrastruktur unberührt
Die Deutsche Bahn hat bestätigt, dass acht veraltete Stellwerke entlang der Strecke trotz ihres maroden Zustands nicht modernisiert werden. Die Entscheidung stößt bei Abgeordneten auf Kritik und wirft Fragen zur künftigen Zuverlässigkeit der Verbindung auf.
Das aktuelle Sanierungsprojekt konzentriert sich lediglich auf sechs Hauptbahnhöfe, von denen nur vier "zukunftsfähig" gemacht werden sollen. Die Arbeiten an diesen Aufwertungen werden voraussichtlich nicht vor Ende 2027 abgeschlossen sein. Gleichzeitig bleiben die sechs kleineren S-Bahn-Haltepunkte im selben Zeitraum ohne größere Verbesserungen.
Drei Stellwerke – in Schwelm, Solingen und am Hagener Hauptbahnhof – werden als "in schlechtem Zustand" eingestuft. Zwei weitere, in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck, gelten sogar als "kritisch". Dennoch hat die DB Netz AG einen Austausch oder eine Modernisierung ausgeschlossen.
Zudem wird die Strecke nicht mit dem modernen europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet, das Sicherheit und Effizienz steigern soll. Der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel übt scharfe Kritik an der Entscheidung und bezeichnet sie angesichts des Zustands der bestehenden Technik als kurzsichtig.
Die fehlenden Investitionen bedeuten, dass die Strecke noch Jahre lang mit veralteter Stellwerkstechnik betrieben wird. Fahrgäste und Betreiber müssen sich bis mindestens 2027 auf die gleichen anfälligen Systeme verlassen. Die Deutsche Bahn lässt die Strecke damit ohne zentrale Verbesserungen zurück, die für andere Teile des Netzes bereits geplant sind.
