Deutsche Autobauer kämpfen um Marktanteile gegen Chinas E-Auto-Offensive
Tom GießAutomobilhersteller fordern engere Zusammenarbeit mit China - Deutsche Autobauer kämpfen um Marktanteile gegen Chinas E-Auto-Offensive
Autobauer fordern engere Zusammenarbeit mit China
Autobauer fordern engere Zusammenarbeit mit China
- Dezember 2025, 11:05 Uhr
Die deutsche Autoindustrie steht unter wachsendem Druck durch die chinesische Konkurrenz im Elektrofahrzeugmarkt. Marken wie Volkswagen, BMW und Mercedes haben über Jahre Milliarden in China investiert – doch ihre Marktanteile schrumpfen nun. Branchenführer fordern ein stärkeres Engagement mit Peking, während die Spannungen in Handel und Lieferketten zunehmen.
Volkswagen und BMW haben enorme Summen in den chinesischen Markt gesteckt; BMW investierte kürzlich 3,8 Milliarden Euro in ein Batterieprojekt in Shenyang. Auch Mercedes hat seine Präsenz ausgebaut, obwohl die Verkäufe sinken, während chinesische E-Auto-Hersteller rasant wachsen. Die Entwicklung setzt deutsche Autobauer unter Preisdruck, bringt neue Konkurrenten hervor und verändert die Kundenvorlieben in China.
Gleichzeitig geraten europäische Zulieferer wie Bosch und ZF durch günstige chinesische Komponentenimporten unter Druck. Experten warnen: Ohne eine lokal angepasste E-Auto-Entwicklung – also einen "in China für China"-Ansatz – drohen deutsche Unternehmen weiter an Boden zu verlieren. Zudem ist die Branche stark von chinesischen Importen abhängig, was sie angreifbar macht – besonders angesichts der US-chinesischen Spannungen und Pekings Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen.
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte vor dem Besuch von Außenminister Johann Wadephul (CDU) die Notwendigkeit eines offenen Dialogs mit China. Sie kritisierte ungleiche Wettbewerbsbedingungen, insbesondere beim Zugang zu Seltenen Erden und Halbleitern, die für die langfristige Versorgungssicherheit entscheidend sind. Deutsche Autobauer lehnen EU-Importbeschränkungen und Pläne für Mindestanteile europäischer Komponenten ab – China bleibe ein unverzichtbarer Markt.
Die Krise der europäischen Autoindustrie ist eng mit Chinas Dominanz bei E-Autos und Lieferketten verknüpft. Deutsche Hersteller müssen den Spagat zwischen Wettbewerb und Kooperation schaffen – und auf fairere Handelsbedingungen drängen. Ohne stabilen Zugang zu Schlüsselrohstoffen und eine stärkere lokale Verankerung könnte ihre Position auf dem größten Automarkt der Welt weiter schwinden.
