20 April 2026, 12:12

Denis Schecks scharfe Buchkritik entfacht Sexismus-Debatte in der ARD

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und nachdenklich schaut, und einer Frau, die neben ihm steht und nachdenklich aussieht, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung".

Denis Schecks scharfe Buchkritik entfacht Sexismus-Debatte in der ARD

Eine hitzige Debatte ist über die Buchkritiken des Literaturkritikers Denis Scheck in der ARD-Sendung Druckfrisch entbrannt. Seine scharfen Urteile, bei denen er verrissene Bücher durch eine Rutsche in den Müll befördert, haben Vorwürfe des Sexismus auf sich gezogen. Die Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy haben seine Äußerungen öffentlich verurteilt, während der Sender ARD betont, dass die Sendung faire Maßstäbe einhalte.

Ausgelöst wurde die Kontroverse, nachdem Scheck Passmanns Buch als "pegelstandsgetreue Berichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abgetan hatte. Passmann konterte, seine Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" – ein Vorwurf, der bei anderen Kritiker:innen auf Zustimmung stieß. Auch die Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy nahm in einem Essay für Die Zeit zu Schecks vernichtendem Urteil über ihr Werk Stellung. Er hatte ihren Roman als kaum mehr als "Geklatsch aus dem Damentoilette einer Hochzeit" bezeichnet – eine Bemerkung, die sie als Ausdruck einer tiefer liegenden geschlechtsspezifischen Voreingenommenheit wertete.

Die Schriftstellerin Elke Heidenreich schloss sich der Kritik an und hinterfragte sowohl Schecks Rezensionsstil als auch die Rolle der ARD, die ihn ermöglicht. Der Sender entgegnete, in Druckfrisch"habe Misogynie keinen Platz" und das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. Trotz der öffentlichen Empörung verteidigt die ARD weiterhin das Format der Sendung, zu dem auch die theatralische Entsorgung der von Scheck als unwürdig befundenen Bücher gehört.

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Die Auseinandersetzung lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Frage, wie literarische Kritik gestaltet sein sollte – und wo die Grenze zu persönlichen Angriffen verläuft. Schecks Methode, die Humor mit schonungslosen Verrissen verbindet, war schon immer umstritten, doch die jüngsten Vorwürfe haben die Debatte über seinen Ansatz weiter angeheizt.

Anzeichen für eine Beruhigung der Gemüter gibt es nicht. Autor:innen und Kritiker:innen diskutieren weiterhin über die Grenzen literarischer Kritik. Die ARD bekräftigt ihr Bekenntnis zu Fairness, während Schecks Rezensionen nach wie vor ein Kristallisationspunkt für die Debatte über Sexismus in der Kulturberichterstattung bleiben. Wie mit umstrittenen Meinungen in Buchsendungen künftig umgegangen wird, könnte sich an diesem Fall entscheiden.

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