Theaterdirektor Corny Littmann feiert 50 Jahre auf der Bühne - Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Dieb zum Reeperbahn-Legende
Corny Littmann, der 73-jährige Schauspieler, Regisseur und Theaterimpresario, feiert im Januar sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Bekannt für seine mutigen Inszenierungen und sein politisches Theater, hat er auf Hamburgs Reeperbahn unauslöschliche Spuren hinterlassen. Seine Karriere reicht von Schulaufführungen bis zur Gründung einiger der prägendsten Theater Deutschlands.
Littmanns Weg begann bereits als Kind, als er in Ali Baba und die vierzig Räuber einen der Diebe spielte. 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe. Sechs Jahre später startete er gemeinsam mit Gunter Schmidt die Tourneegruppe Familie Schmidt mit dem provokanten Programm Deutsch, aufrecht, homosexuell.
1988 eröffneten die beiden das Schmidt Theater mit der Revue Sag „Bitte“ und ich singe, einer Mischung aus Varieté und Laientalent. Das Haus wurde zu einer Institution auf der Reeperbahn. Drei Jahre später folgte mit Schmidts Tivoli eine zweite Spielstätte, bekannt für ihren skurrilen Humor und opulente Produktionen. Littmanns Einfluss reichte bald über das Theater hinaus: Von 2003 bis 2010 war er Präsident des FC St. Pauli und setzte sich gleichzeitig für LGBTQ+-Rechte ein. 2015 ergänzte er sein Theaterimperium mit dem Schmidtchen, einem intimen Spielort. Daneben inszeniert und spielt er in Musicals und Schlager-Revuen, oft in der Rolle "gebrochener Charaktere" in langjährigen Erfolgsstücken.
Sein 50. Bühnenjubiläum begeht Littmann am 13. Januar. Sein Schaffen hat Hamburgs Kulturszene geprägt – eine Symbiose aus Unterhaltung und Aktivismus. Die theatrale Landschaft der Reeperbahn bleibt bis heute eng mit seiner Vision und seinem Erbe verbunden.
