Cologne Housing Association GAG Prescribes Room Temperature for Tenants
Patrik WesackCologne Housing Association GAG Prescribes Room Temperature for Tenants
Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG schreibt Raumtemperaturen für Mieter vor
Teaser: 20 Grad tagsüber, 17 Grad nachts: Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hat die Heizung in fast allen ihren Wohnungen gedrosselt.
19. Dezember 2025, 18:25 Uhr
Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft (GAG) hält die Heizleistung in nahezu allen ihren Wohnungen auch nach der Entspannung der Energiekrise 2023 auf niedrigem Niveau. Mieter müssen sich nun mit 20 Grad tagsüber und 17 Grad nachts begnügen – eine Regelung, die besonders ältere Bewohner vor Herausforderungen stellt. Die Unternehmensführung betont, dass die Maßnahme Kostenkontrolle und verantwortungsvollen Energieverbrauch in Einklang bringe.
Die Richtlinie wurde während der Energiekrise 2023 eingeführt, als der Vorstand der GAG unter den beiden Vorstandsvorsitzenden Anne Keilholz und Kathrin Möller die Heizung in allen Liegenschaften reduzierte. Ein Schreiben mit dem Titel „Die Energiekrise gemeinsam meistern“ informierte die Mieter über die neuen Vorgaben. Obwohl die Krise überwunden ist, gelten die niedrigeren Temperaturen weiterhin.
Ein Sprecher der GAG, Jörg Fleischer, bestätigte, dass keine Pläne bestünden, die Temperaturen wieder anzuheben. Er verwies auf die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und die Pflicht, die Heizkosten bezahlbar zu halten. Ausnahmen gelten lediglich für Demenz-Wohngruppen, Kindertagesstätten und Seniorenheime, wo tagsüber 23 Grad und nachts 20 Grad herrschen. Einige ältere Mieter wie Jürgen Eil und Karin Weiland empfinden ihre Wohnungen jedoch als unangenehm kalt. Nach einer Überprüfung der Heizungsrohre durch einen Techniker wurde es in ihren Wohnungen spürbar wärmer. Andere bleiben unzufrieden und kritisieren, dass die reduzierte Wärme ihren Bedürfnissen nicht gerecht werde.
Der Anwalt Jakob Kreutzer erklärte, dass Vermieter lediglich eine Mindesttemperatur gewährleisten müssten und Mieter kein Recht auf höhere Grade hätten. Gleichzeitig übt er Kritik an der GAG, weil das Unternehmen die Bewohner nicht konsultiert habe, bevor die Regelung dauerhaft umgesetzt wurde. Kreutzer betont, dass individuelle Umstände hätten berücksichtigt werden müssen, statt eine pauschale Vorgabe durchzusetzen.
Die Entscheidung der GAG, die Heiztemperaturen niedrig zu halten, spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, Kosten und Energieverbrauch im Griff zu behalten. Während Pflegeeinrichtungen etwas höhere Temperaturen aufweisen, müssen sich die meisten Mieter an die reduzierten Werte anpassen. Die Regelung zeigt das Spannungsfeld zwischen Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und dem Wohlbefinden besonders schutzbedürftiger Bewohner auf.
