03 January 2026, 22:30

Coca-Cola bleibt Deutschland treu – trotz Bürokratie und Rekordkosten

Drei Coca-Cola-Flaschen auf einem Tuch gedruckt.

Coca-Cola beschwert sich über Standortbedingungen in Deutschland - Coca-Cola bleibt Deutschland treu – trotz Bürokratie und Rekordkosten

Der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) hat sich zu den Herausforderungen des Geschäftsstandorts Deutschland geäußert. Unternehmenschef John Galvin nannte übermäßige Bürokratie und steigende Kosten als zentrale Hindernisse. Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der Deutschland vor der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gewarnt wird.

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte die aktuelle Lage kürzlich als den tiefsten Abschwung seit Gründung der Bundesrepublik bezeichnet. Trotz dieser Entwicklung bleibt CCEP – verantwortlich für die Produktion und den Vertrieb von 4,1 Milliarden Litern Coca-Cola-Marken pro Jahr – seinem Engagement in Deutschland treu und beschäftigt hierzulande rund 6.100 Mitarbeiter.

Galvin verwies auf alltägliche Hürden, die selbst kleine Projekte verzögern. Selbst einfache Vorhaben wie das Versetzen eines Zauns, das Fällen von Bäumen oder die Dachreparatur ziehen sich oft wegen der Beteiligung mehrerer Behörden in die Länge. Diese bürokratischen Hemmnisse erschwerten Investitionen in Deutschland zusätzlich, so Galvin – besonders in Kombination mit hohen Strompreisen, Lohnkosten und Fehlzeiten.

Die Bundesregierung hat als Reaktion Rekordinvestitionen von über 127 Milliarden Euro für 2026 angekündigt. Geplant sind Strukturreformen zur Bürokratieabbau, ein Investitionsbeschleunigungsprogramm und eine Hightech-Strategie. Wirtschaftsforschungsinstitute zeigen sich jedoch zurückhaltend und prognostizieren für das kommende Jahr nur ein Wachstum zwischen 0,8 und 1,3 Prozent. Das ifo Institut warnte, dass die Maßnahmen nur begrenzt wirken, solange sich Arbeitskräfteangebot, Unternehmensinvestitionen und Produktivität nicht verbessern.

Galvin begrüßte zwar Kanzler Friedrich Merz’ Ankündigung, Vorschriften für Unternehmen zu vereinfachen, betonte aber, dass die Politik nun Taten folgen lassen müsse. Trotz der Schwierigkeiten plant CCEP keine Verlagerung der Produktion ins Ausland und bekräftigte sein langfristiges Engagement in Deutschland.

Die Reformen der Regierung zielen zwar auf mehr Wachstum ab, doch Experten zweifeln an ihrer Wirkung ohne tiefgreifendere Veränderungen. CCEPs Entscheidung, in Deutschland zu bleiben, signalisiert zwar Vertrauen – die Sorgen über Bürokratie und Kosten bleiben jedoch bestehen. Unternehmen wie CCEP beobachten nun genau, ob die versprochenen Verbesserungen tatsächlich umgesetzt werden.