Caren Jess' Bookpink polarisiert mit Gesellschaftskritik und surrealen Bildern am Deutschen Theater
Nelly GirschnerCaren Jess' Bookpink polarisiert mit Gesellschaftskritik und surrealen Bildern am Deutschen Theater
Caren Jess' neues Stück Bookpink – Neuankömmlinge feiert Premiere am Berliner Deutschen Theater
Mit Bookpink – Neuankömmlinge präsentiert Caren Jess am Deutschen Theater Berlin ihr jüngstes Werk – eine Inszenierung, die scharfe Gesellschaftskritik mit eindrucksvollen Bildern verbindet und das Publikum zwischen Lachen und Unbehagen zurücklässt. Die für ihren mutigen Erzählstil bekannte Dramatikerin lotet darin erneut die Themen Macht, Identität und Überleben auf unerwartete Weise aus.
Das Stück entfaltet sich in drei eigenständigen Szenen, die jeweils unterschiedliche Figuren und Ideen behandeln. Tiere spielen eine zentrale Rolle – gefangen, kontrolliert oder leidend unter menschlicher Vorherrschaft. Eine Szene erinnert an Jess' früheres Werk Die Katze Eleonore, das vergangenen Jahr in Dresden uraufgeführt wurde. Darin verwandelt sich eine Frau in eine Katze, um dem Druck der menschlichen Gesellschaft zu entfliehen.
Bookpink – Neuankömmlinge zielt weiter: Es hinterfragt den sozialen Darwinismus, den Biologismus und die Mythen von Rasse. Auch Kapitalismus und Kolonialismus geraten in den Fokus, betrachtet durch die Linse von Anpassungsdruck und struktureller Gewalt. Der Ton der Inszenierung oszilliert zwischen Komödie und Tragödie und endet in einer Mischung aus Trauer und Schock.
Visuell besticht das Stück durch Kathrin Froschs Kostüme und Bühnenbild. Ihr Pop-Art-Ästhetik verleiht der Produktion eine lebendige, fast surreale Energie. Jess verwebt zudem persönliche Geschichte in das Drehbuch, inspiriert von Erinnerungen an ihre Großmutter Erdmuth, die Vogellaute allein an ihren Rufen erkennen konnte.
Bookpink – Neuankömmlinge ist ein weiteres provokantes Werk von Jess, das politische Brisanz mit theatralischem Esprit verbindet. Die Themen hallen lange nach dem Fall des Vorhangs nach und fordern das Publikum heraus, sich unangenehmen Wahrheiten zu stellen. Nach der Berliner Premiere wird die Inszenierung voraussichtlich weitere Diskussionen in Theaterkreisen anregen.






