22 December 2025, 08:22

Bürgereinleitung setzt sich gegen Erweiterung der Eiserne Rijn Brief an den Bahnchef

Ein Zug auf Schienen mit Autos, Strommasten, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Bürgereinleitung setzt sich gegen Erweiterung der Eiserne Rijn Brief an den Bahnchef

Bürgerinitiative wehrt sich gegen Ausbau der „Eisernen Rhein“-Strecke – Offener Brief an Bahn-Chefin

Bürgerprotest in Wegberg: Initiative „Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert“ stellt sich gegen übermäßigen Gleisausbau. Über 70 Personenzüge täglich plus Güterverkehr drohen – die Bürgerinitiative lehnt die Pläne ab.

  1. Dezember 2025, 11:59 Uhr

In Wegberg formiert sich Widerstand gegen die geplante Erweiterung der Eisenbahnstrecken zwischen Mönchengladbach, Wegberg und Roermond. Die lokale Bürgerinitiative „Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert“ warnt vor den Folgen: Mehr als 70 Personenzüge pro Tag sowie zusätzlicher Güterverkehr könnten Anwohner belasten und geschützte Naturgebiete gefährden. Ihre Bedenken haben die Aktivisten nun in einem Schreiben an Spitzenvertreter vorgebracht – darunter die neue Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Schnieder.

Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen zwei Streckenabschnitte: die Verbindung Mönchengladbach–Wegberg–Roermond sowie die Nebenstrecke Elmpt–Arsbeck. Keine der beiden ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 verzeichnet, lediglich die erstgenannte Route taucht im weniger verbindlichen Zielnetz 2032/2040 auf – ohne Finanzierungszusage. Zudem wäre jede Erweiterung von Absprachen mit den Niederlanden abhängig, die eine Reaktivierung der historischen „Eisernen Rhein“-Trasse durch den Nationalpark De Meinweg bereits ausgeschlossen haben.

Die Initiative kritisiert, dass Milliarden aus dem Infrastrukturhaushalt fehlgeleitet werden könnten. In ihrem Brief an Palla, die seit Herbst 2025 das Amt innehat, und Minister Schnieder hinterfragen die Aktivisten, warum nicht priorisierte Strecken überhaupt zur Debatte stehen. Ihre Vorbehalte gehen über finanzielle Aspekte hinaus: Sie verweisen auf die Bedrohung des Naturparks Maas-Schwalm-Nette sowie auf die Lebensqualität der Anwohner, die mit mehr Lärm und Verkehr konfrontiert wären. Palla, die ihr Amt in einer Phase umfassender Bahnreformen angetreten ist, hat sich bisher nicht öffentlich geäußert.

Der Konflikt um die Schieneninfrastruktur in der Region schwelt bereits seit Jahren. Während die Pläne voranschreiten, ohne dass Berlin oder Den Haag verbindliche Zusagen machen, wächst der lokale Widerstand. Die Zukunft der Strecken bleibt ungewiss. Die Wegberger Initiative pocht weiterhin auf Transparenz, während Bundesregierung und Deutsche Bahn abwägen müssen zwischen langfristigen Verkehrsbedürfnissen und den Folgen für Umwelt und Gemeinschaft. Ohne niederländische Kooperation oder Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 stehen mögliche Ausbauvorhaben vor erheblichen Hindernissen.

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