Bremer Buchhandlung provoziert mit Weimer-Zitaten und überdimensionalem Porträt
Tom GießBremer Buchhandlung provoziert mit Weimer-Zitaten und überdimensionalem Porträt
Eine Buchhandlung in Bremen hat ihre Fassade mit provokanten Aussagen und bildkräftigen Motiven neu gestaltet. Die Außenwand des Golden Shop zieren nun handschriftliche Zitate des Kulturministers Wolfram Weimer, ergänzt durch einen auffälligen Schaufensteraufbau.
Sechs Personen brachten ein großes Stofftransparent an der Giebelwand der Buchhandlung an, das sie an zuvor in die Mauer gebohrten Haken befestigten. Das Design stammt vom Bremer Künstler Sönke Lühring.
Im Schaufenster prangt nun ein überdimensionales Porträt Weimers neben seinen Büchern. Daneben steht eine Flasche Schaumwein mit dem Etikett „Fürst von Weimer“. Die Fassadenzitate umfassen Sätze wie „Das soll überhaupt kein Kulturkampf sein“ oder „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“.
Zuvor hatte die Buchhandlung mit dem Spruch „Deutschland verrecke bitte“ für Aufsehen gesorgt – was schließlich zum Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 führte. Inhaberin Ausma Zvidrina bestätigte, dass der Laden Weimers Werke nicht im Sortiment führt.
Die neu gestaltete Fassade sorgt mit ihren politischen und künstlerischen Elementen für Gesprächsstoff. Zwar bleibt die Buchhandlung von der Preisvergabe ausgeschlossen, doch das gewagte Redesign hat eine Debatte ausgelöst. Die Inszenierung verbindet bildende Kunst mit schriftlichen Botschaften einer bekannten öffentlichen Persönlichkeit.






