Berlin streicht geplante Autismus-Kita – trotz dringendem Bedarf
Marlene SeifertBerlin streicht geplante Autismus-Kita – trotz dringendem Bedarf
Kurz & knapp: Leiser Abschied vom geplanten Autismus-Kindergarten
Teaser: Sanierungen in Kitas, Aufnahmekriterien für die Offene Ganztagsschule (OGS), Kompetenzzentrum für Autismus: Der Jugendhilfeausschuss (JHA) hat am Mittwoch eine Reihe von Beschlüssen gefasst, über Elternbeiträge und Personalmangel in Kitas diskutiert. Wir fassen die wichtigsten Entscheidungen zusammen.
11. Dezember 2025, 09:40 Uhr
Die Pläne für eine neue Kita mit integriertem Autismus-Kompetenzzentrum in Berlin sind vom Tisch. Der Beschluss fiel nach einer Abstimmung im örtlichen Jugendhilfeausschuss (JHA) und soll am 16. Dezember vom Stadtrat endgültig bestätigt werden. Die Einrichtung hätte 66 Plätze bieten sollen, darunter 15 für Kinder mit Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS).
In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Jugendhilfeausschuss (JHA) für die Abschaffung des Projekts. Zur neuen Vorsitzenden wurde Brigitta Opiela (CDU) gewählt, ihr Stellvertreter ist Jannes Komenda (SPD). Als Hauptgrund für den Rückgang von Kindern mit Behinderungen in Kitas nannte die Verwaltung die langen Wartezeiten auf Diagnostik – bis zu 1,5 Jahre. Einige Einrichtungen lehnten demnach zudem Kinder mit möglichen Behinderungen ab, was die Nachfrage weiter verringerte.
Die endgültige Entscheidung über die Streichung der Kita liegt beim Stadtrat, der am 16. Dezember abstimmen wird. Bei einer Zustimmung wäre damit Schluss mit den Plänen für ein spezialisiertes Zentrum, das Kinder mit ASS fördern und Erzieher:innen schulen sollte. Die Förderung anderer Programme, darunter Mädchenberatung und Schwimmkurse, läuft wie geplant weiter.
