Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und massiven Jobverlusten
Nelly GirschnerBergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und massiven Jobverlusten
Bergisch Gladbach steht vor schweren finanziellen und wirtschaftlichen Herausforderungen: Der Haushaltsentwurf für 2026 offenbart ein Defizit von fast 50 Millionen Euro. Aktuelle Betriebsschließungen, darunter die des traditionsreichen Zanders-Papierwerks, haben Hunderte Arbeitsplätze vernichtet, während steigende Steuern und Klimapolitik die Belastung für Bürger und Unternehmen weiter verschärfen.
Die wirtschaftliche Krise der Stadt verschärfte sich Anfang 2026, als der Dämmstoffhersteller Isover aufgrund des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) die Produktion einstellte – damit gingen weitere 160 Arbeitsplätze verloren. Dies folgte auf den Zusammenbruch des Zanders-Papierwerks 2025, das unter einer Rechnung von 7 Millionen Euro für CO₂-Zertifikate zusammenbrach und damit fast 200 Jahre Unternehmensgeschichte sowie 380 Arbeitsplätze beendete. Bereits zu Beginn des Jahres 2025 planten 38 % der lokalen Industriebetriebe Entlassungen, ein deutliches Zeichen für die wachsende Instabilität.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, warnte im Februar 2026 vor einer beschleunigten Deindustrialisierung. Gleichzeitig konnte der Klimaschutzhaushalt der Stadt die Bürger nicht vor Katastrophen wie der Strundepark-Flut 2021 schützen. Der Haushalt 2026 sieht nun Steuererhöhungen vor – trotz bereits hoher Hebesätze –, was auf Widerstand stößt.
Die AfD-Fraktion lehnte den Haushaltsentwurf ab und kritisierte die Steuererhöhungen sowie Klimapolitik, die Arbeitsplätze gekostet habe. Stattdessen schlug sie einen Zehn-Punkte-Plan vor, um die finanzielle Belastung ohne Steuererhöhungen zu verringern. Der Stadtkämmerer äußerte jedoch Zweifel, ob Bergisch Gladbach über 2027 hinaus zahlungsfähig bleiben könne.
Mit einem prognostizierten Defizit von 50 Millionen Euro kämpft Bergisch Gladbach nun mit Arbeitsplatzverlusten, industriellem Niedergang und steigenden Steuern. Der Zusammenbruch langjähriger Unternehmen und ineffiziente Klimaschutzausgaben stellen die Stadt vor die schwierige Aufgabe, den Haushalt zu konsolidieren, ohne dabei Existenzgrundlagen und öffentliche Dienstleistungen zu gefährden.






