Bayer-Lobbyist warnt vor Ernteausfällen und transatlantischen Spannungen
Tom GießTopmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt vor Ernteausfällen und transatlantischen Spannungen
Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer, hat vor wachsenden Risiken für den europäischen Agrarsektor gewarnt. Ohne die Einführung neuer Biotechnologien drohen dem Kontinent erhebliche Ernteausfälle bei wichtigen Kulturpflanzen wie Weizen. In seinen Äußerungen verwies er zudem auf größere Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und den USA.
Berninger betonte, dass die Zurückhaltung Europas bei der Annahme agrartechnologischer Innovationen – etwa genomeditierter Lebensmittel – die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents gefährde. Zwar sei die öffentliche Debatte über diese Technologien in den letzten Jahren pragmatischer geworden, doch ohne schnellere Zulassungsverfahren könnten die Weizenerträge und die allgemeine landwirtschaftliche Produktion Europas langfristig Schaden nehmen.
Der Lobbyist warnte zudem vor einer wachsenden Kluft zwischen Europa und den USA und bezeichnete ihre Partnerschaft als entscheidend für den globalen Einfluss. Ein Zusammenbruch der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen würde eine erhebliche Bedrohung für die europäische Wirtschaft darstellen, argumentierte er. Um Spannungen mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden, riet Berninger den Europäern, ihre Stärken zu nutzen und gleichzeitig ihre Schwächen offener anzugehen. Bayer, ein führender Hersteller von Agrarchemikalien, ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika stark vertreten. Berningers Warnungen spiegeln die Sorgen der Branche über regulatorische Verzögerungen und sich verändernde Handelsdynamiken zwischen den beiden Regionen wider.
Seine Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit, neue Landwirtschaftstechnologien einzuführen, um die europäische Nahrungsmittelproduktion zu sichern. Gleichzeitig machen sie die wirtschaftlichen Risiken deutlich, falls sich die transatlantischen Beziehungen weiter verschlechtern. Die Debatte über Agrartechnologien und Handelspolitik wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zuspitzen.
