Arzt aus der Türkei mit 326 verschreibungspflichtigen Tabletten am Düsseldorfer Flughafen gestoppt
Patrik WesackArzt aus der Türkei mit 326 verschreibungspflichtigen Tabletten am Düsseldorfer Flughafen gestoppt
Zollbeamte am Flughafen Düsseldorf haben bei einem Reisenden aus der Türkei eine große Menge verschreibungspflichtiger Medikamente beschlagnahmt. Bei dem Vorfall handelte es sich um einen 68-jährigen Arzt, der angab, die Arzneimittel seien für ein Familienmitglied in Deutschland bestimmt gewesen.
Die Beschlagnahmung erfolgte, nachdem die Beamten 326 Tabletten in seinem Besitz entdeckt hatten. Darunter befanden sich 120 Ritalin-Pillen, ein in Deutschland der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung unterliegender Wirkstoff. Die übrigen Medikamente waren verschreibungspflichtige Präparate.
Der Reisende, ein approbierter Mediziner, wurde befragt, durfte seine Reise jedoch ohne die eingezogenen Tabletten fortsetzen. Die Behörden leiteten nach dem Fund ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Die beschlagnahmten Tabletten sollen nach Abschluss der Untersuchungen vernichtet werden.
Öffentliche Unterlagen zeigen, dass es in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland keine vergleichbaren Fälle mit Ärzten gab. Weder die Zollstatistiken noch Berichte des Bundesfinanzministeriums verzeichnen Festnahmen oder Anklagen gegen Mediziner wegen des unerlaubten Transports von verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Betäubungsmitteln.
Der Fall ist ungewöhnlich, insbesondere wegen des medizinischen Hintergrunds des Reisenden. Die Ermittlungen werden zeigen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Bis auf Weiteres verbleiben die beschlagnahmten Medikamente in behördlicher Verwahrung und warten auf ihre Vernichtung.
