Arnsberg will Kardinal-Jaeger-Straße wegen Missbrauchsskandal umbenennen
Tom GießArnsberg will Kardinal-Jaeger-Straße wegen Missbrauchsskandal umbenennen
Initiative zur Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße in Neheim erhält Rückhalt von SPD und CDU in Arnsberg
Die Forderung, die Kardinal-Jaeger-Straße in Neheim umzubenennen, wird nun sowohl von der SPD als auch von der CDU in Arnsberg unterstützt. Anlass ist die Aufdeckung der Rolle von Kardinal Lorenz Jaeger bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen während seiner Amtszeit als Erzbischof von Paderborn. Anwohner sollen bald die Möglichkeit erhalten, Vorschläge für einen neuen Straßennamen einzureichen.
Die Ortsverbände von SPD und CDU in Arnsberg haben sich zusammengeschlossen, um die Umbenennung der Straße voranzutreiben. Die SPD verweist in ihrem Antrag auf dokumentierte Verfehlungen Jaegers, der von 1941 bis 1973 als Erzbischof amtierte. Eine spätere Missbrauchsstudie bestätigte, dass sowohl Jaeger als auch sein Nachfolger in die Vertuschung von Übergriffen innerhalb des Bistums verwickelt waren.
Auch die Arnsberger CDU hat sich von dem Kardinal distanziert und unterstützt die Umbenennungsinitiative. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April sollen Bürgerinnen und Bürger eigene Vorschläge für einen neuen Straßennamen einbringen können.
Ähnliche Diskussionen gibt es derzeit in Werl und Wenden, wo ebenfalls Straßen nach Jaeger benannt sind und eine Umbenennung geprüft wird. In Werl wurden die Anwohner bereits befragt; die Stadträte beider Kommunen wollen sich im Mai mit der Angelegenheit befassen. Die Stadt Olpe ist bereits vorangegangen und hat ihr katholisches Jugendzentrum 2023 umbenannt.
Paderborn hatte nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie bereits beschlossen, seine nach Jaeger benannte Straße umzubenennen. Derzeit tragen keine weiteren öffentlichen Plätze oder Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen seinen Namen.
In Arnsberg soll das Umbenennungsverfahren nun unter Einbeziehung der Bevölkerung vorangetrieben werden. Beide großen Parteien haben sich darauf verständigt, die Gemeinschaft in die Auswahl eines neuen Namens einzubinden. Eine endgültige Entscheidung wird nach der Bürgerversammlung und weiteren Beratungen im Rat erwartet.






