Apotheken in NRW kämpfen ums Überleben – 97 Schließungen in einem Jahr
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen im Apothekensektor zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen wirtschaftliche Schwierigkeiten, faire Bezahlung sowie die steigende Zahl von Apotheken-Schließungen in Nordrhein-Westfalen (NRW).
Bei dem Treffen wurden langjährige Sorgen thematisiert, darunter die Vergütung, die Notfallversorgung und die für den 23. März geplanten Proteste. Lohmann betonte die finanzielle Notlage vieler Apotheken und warnte, dass der Verkauf von Rezepturen für das Überleben entscheidend sei. Zudem forderte er höhere Löhne für das Personal sowie angemessenere Vergütungen, um die Patientenversorgung – sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten – aufrechtzuerhalten.
Die Schließung von Apotheken hat sich zu einem ernsten Problem entwickelt: Allein im vergangenen Jahr mussten in NRW 97 Apotheken schließen – bei nur 12 Neueröffnungen. Seit 2010 hat die Region etwa ein Viertel ihrer Apotheken verloren: Die Zahl sank von 4.673 auf 3.510. In einigen Essener Stadtteilen müssen Patienten aufgrund des Rückgangs nun längere Wege in Kauf nehmen.
Schrumpf räumte ein, dass die Gebühren über Jahre nicht angepasst wurden, und unterstützte die geplanten Demonstrationen. Zudem versprach er, die Anliegen des Sektors auf Bundesebene vorzubringen. Ein weiteres Thema war der Versandhandel mit Arzneimitteln, bei dem Rabatte mit festen Abgabegebühren kollidieren und so den finanziellen Druck auf lokale Apotheken verstärken.
Das Gespräch endete mit der Anerkennung der Herausforderungen, ohne dass jedoch konkrete Lösungen in Aussicht gestellt wurden. Die Apotheken in NRW schließen weiterhin in rasantem Tempo, was die medizinische Grundversorgung vor Ort gefährdet. Die für den 23. März geplanten Proteste dürften die Forderung nach dringenden Reformen bei Vergütung und Unterstützung weiter vorantreiben.