Älteste Apotheke Freckenhorsts schließt – zu viele Hürden für Nachfolger
Patrik WesackÄlteste Apotheke Freckenhorsts schließt – zu viele Hürden für Nachfolger
Überschrift: Inhaberin schließt Apotheke: „Zu viele Auflagen für Nachfolger“
Teaser: Die Schließungswelle bei lokalen Apotheken macht auch vor traditionellen Einrichtungen nicht halt. Es fehlt an Nachfolgern, Personal und wirtschaftlicher Attraktivität. Die älteste Apotheke Freckenhorsts schließt am 31. Dezember. „Das Geschäft lohnt sich für Nachfolger nicht. Zudem müssen zahlreiche Auflagen erfüllt und Sanierungen durchgeführt werden“, sagt Inhaberin Sabine Vettin.
Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2025, 00:05 Uhr
Schlagwörter: Gesundheit & Wohlbefinden, Wirtschaft, Finanzen, Unternehmen
Artikeltext: Die älteste Apotheke Freckenhorsts wird am 31. Dezember 2025 endgültig ihre Türen schließen. Inhaberin Sabine Vettin gab die Schließung bekannt, nachdem sie vergeblich einen Käufer suchte, der das Geschäft übernehmen wollte. Die Entscheidung markiert das Ende einer 26-jährigen Ära für die lokale Institution.
Vettin hat die Apotheke die meiste Zeit dieser 26 Jahre allein geführt. Sie räumt ein, dass das Geschäft nicht mehr rentabel ist – auch wegen der Konkurrenz durch Versandapotheken. Trotz ihrer Bemühungen fand sich kein Nachfolger, der bereit war, die finanziellen und rechtlichen Anforderungen einer Übernahme zu erfüllen.
Das Gebäude selbst stellt eine große Herausforderung dar. Umfassende Sanierungen sind nötig, um die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes und die Apothekenverordnungen zu erfüllen. Ein neuer Besitzer müsste Lagerbereiche, Hygienezonen und Sicherheitssysteme modernisieren, um strenge Gesundheits- und Sicherheitsstandards einzuhalten. Dazu gehören Brandmeldeanlagen, temperaturkontrollierte Arzneimittellager und sichere Tresore für Betäubungsmittel. Zudem wären bauliche Maßnahmen wie die Erneuerung von Elektrik, Sanitär- und Lüftungsanlagen erforderlich, ebenso wie Asbestprüfungen und die Verbesserung der Luftqualität.
Die Apothekengesetze in Nordrhein-Westfalen erschweren die Situation zusätzlich. Ein neuer Betreiber muss eine Lizenz beantragen, detaillierte technische Pläne einreichen und mehrere Prüfungen bestehen, bevor er wieder eröffnen darf. Vettin selbst plant, bis zur Klärung ihrer steuerlichen Verpflichtungen in einer anderen Apotheke zu arbeiten.
Die Schließung ist Teil eines größeren Trends: Allein in Nordrhein-Westfalen sollen sixteen weitere Apotheken dichtmachen, was die Versorgung in vielen Gemeinden verschlechtert.
Kunden müssen künftig weitere Wege für Rezepte und Beratungen in Kauf nehmen. Der Verlust der Freckenhorster Apotheke spiegelt die branchenweiten Probleme wider, da steigende Kosten und Regularien langjährige Betriebe verdrängen. Vorerst bleibt das Gebäude leer – eine Nachnutzung ist noch nicht in Sicht.
