20 December 2025, 15:54

"After Beuys" - Eine Hommage

Eine Wand mit Kunstwerken von Cartoon-Figuren und darauf geschriebenem Text.

"After Beuys" - Eine Hommage

"Nach Beuys" – Eine Hommage

Die Werkstatt-Reihe „After Beuys“ in der Galerie Eigen+Art wurde als „Gegenentwurf“ zum Versuch verstanden, Beuys von der „Last des erweiterten Kunstbegriffs“ zu befreien.

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Jahre lang hatte die sozialistische Regierung der DDR Joseph Beuys als „unerwünschte Person“ eingestuft. Dennoch erreichte sein Werk 1988 – zwei Jahre nach seinem Tod – erstmals die DDR. Die bahnbrechende Ausstellung war die erste und einzige Präsentation seiner Kunst im Land.

Die Pläne für die Schau entstanden, als offizielle Stellen erwogen, die Ausstellung Beuys vor Beuys zu übernehmen, die ursprünglich von Nordrhein-Westfalen konzipiert worden war. Schließlich entwickelte sich daraus eine Kooperation, die 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten zeigte – allesamt zwischen 1946 und 1966 entstanden, also aus einer Phase vor Beuys’ späterem weltweitem Ruhm.

Eröffnet wurde die Ausstellung Mitte Januar 1988 im Berliner Marstall. Später zog sie weiter an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, wo sie bis Mitte Mai zu sehen war. Selbst im Tod blieb Beuys’ Wirkung unübersehbar: Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, schrieb an das ZK der SED und räumte seinen Einfluss ein. Bemerkenswerterweise unterstützte auch der Künstler Otto Dix das Projekt in einem Brief.

Die Ausstellung von 1988 brach ein Tabu, indem sie Beuys’ umstrittenes Werk einem ostdeutschen Publikum zugänglich machte. Zwar war er einst verboten worden, doch nun wurden seine Arbeiten in zwei großen Städten gezeigt. Der Erfolg der Schau spiegelte einen Wandel im Umgang mit seinem Erbe wider – selbst in einem System, das ihn lange abgelehnt hatte.