AfD-Jugend in NRW: Machtkampf zwischen Extremisten und Parteiführung eskaliert
Tom GießAfD-Jugend in NRW: Machtkampf zwischen Extremisten und Parteiführung eskaliert
In der AfD tobt ein Machtkampf, während sich ihre neue Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) auf ihre erste Vorstandswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) vorbereitet. Am 17. Januar 2026 werden sich in Iserlohn über 300 junge Mitglieder versammeln, um zwischen zwei verfeindeten Lagern zu entscheiden: Das eine wird vom rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich unterstützt, das andere vom Landesvorsitzenden Martin Vincentz. Das Ergebnis könnte die Ausrichtung der Partei prägen – noch vor Vincentz’ eigener Wiederwahl im März 2026.
Die neu gegründete GD ersetzt die Junge Alternative, die frühere AfD-Jugendorganisation, die sich nach ihrer Einstufung als rechtsextrem durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auflöste. Anders als ihr Vorgänger agiert die GD als direkter Parteiverband, mit einer auf AfD-Mitglieder beschränkten Mitgliedschaft und strengeren internen Kontrollen.
Helferich, der im Sommer 2025 wegen ethnonationalistischer Äußerungen aus der AfD ausgeschlossen wurde, bleibt Mitglied und kämpft gegen den Beschluss an. Sein Lager dominiert den vorläufigen Instagram-Account der GD und unterstützt den 24-jährigen Luca Hofrath für den Vorsitz. Hofrath steht der rechtsextremen Identitären Bewegung nahe und trat bereits mit bekannten Extremisten auf. Vincentz’ Favorit, der 33-jährige Manuel Krauthausen, ist ebenfalls umstritten: Er verbreitete antisemitische Verschwörungstheorien und forderte eine Massen-"Remigration". Gleichzeitig ist Cedric Krippner, aktuelles GD-Bundesvorstandsmitglied aus NRW, in den Prozess eingebunden – eine vollständige Kandidatenliste liegt jedoch noch nicht vor.
Ein Sieg von Helferichs Lager bei der GD-Wahl könnte Vincentz’ Position als Landesvorsitzender schwächen. Das Ergebnis könnte zudem zeigen, ob der rechtsextreme Flügel der AfD innerhalb der Partei an Einfluss gewinnt.
Die GD-Vorstandswahl entscheidet, welche Strömung die AfD-Jugend in NRW kontrolliert. Sollten Helferichs Verbündete siegen, könnte Vincentz’ Wiederwahl als Landesvorsitzender im März auf stärkeren Widerstand stoßen. Die Abstimmung ist auch ein Test für die Fähigkeit der Partei, interne Konflikte zu managen und gleichzeitig Disziplin in den eigenen Jugendreihen zu wahren.
