04 February 2026, 20:25

AfD in NRW: Machtkampf um den Parteivorsitz spaltet Landesverband

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen zur Partei.

AfD in NRW: Machtkampf um den Parteivorsitz spaltet Landesverband

Die Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen steckt in einer neuen internen Krise: Zwei Herausforderer bereiten sich darauf vor, um den Parteivorsitz zu kämpfen. Fabian Jacobi und Christian Zaum haben sich zusammengeschlossen, um den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz abzulösen. Der Vorstoß vertieft die ohnehin bestehenden Spannungen innerhalb des Landesverbands.

Kritiker werfen Vincentz vor allem inkonsistente Personalentscheidungen vor. Besonders seine Umgangsweise mit Parteimitgliedern wie Klaus Esser hat für Zündstoff gesorgt. Nun haben sich seine Gegner hinter dem gemeinsamen Duo versammelt – die Weichen für eine umstrittene Abstimmung sind gestellt.

Fabian Jacobi, langjähriges Mitglied im Landesvorstand und aktuell stellvertretender Vorsitzender, gab seine Kandidatur vor zwei Wochen offiziell auf Facebook bekannt. Sein Mitstreiter Christian Zaum rückte indes durch Gerüchte in afd-nahen Medien und Chatgruppen ins Rampenlicht. Zaum, ein ehemaliger Geschichts- und Deutschlehrer, sah sich in der Vergangenheit bereits mit Parteiausschlussverfahren konfrontiert. Zudem wird ihm vorgeworfen, potenzielle Neumitglieder von einem AfD-Beitritt abgehalten zu haben.

Beide Kandidaten können auf die Unterstützung einflussreicher Vincentz-Gegner zählen. So steht hinter dem Duo etwa der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich sowie zwei Stellvertreter Vincentz' aus der Landtagsfraktion. Ihre Beteiligung unterstreicht die wachsende Kluft zwischen der Führung um Vincentz und den abtrünnigen Flügeln der Partei.

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Die internen Querelen fallen in eine Phase, in der Vincentz ohnehin mit Vorwürfen wegen doppelter Standards in seiner Amtsführung konfrontiert ist. Besonders sein Umgang mit Klaus Esser gilt als Reibungspunkt – doch welche Auswirkungen dieser Konflikt auf die übergeordnete politische Strategie der AfD oder ihre Wahlerfolge in anderen Bundesländern haben könnte, bleibt unklar.

Der anstehende Führungsstreit wird die Geschlossenheit der nordrhein-westfälischen AfD auf die Probe stellen. Sollten Jacobi und Zaum erfolgreich sein, könnte ihr gemeinsames Ticket die Ausrichtung der Partei im Land neu prägen. Vorerst aber zeigt die Herausforderung einmal mehr, wie sehr der Landesverband von anhaltenden internen Konflikten geplagt wird.