Abschied von der Autobahnkirche Ruhr: Ein Stück Seelsorge verschwindet
Marlene SeifertAbschied von der Autobahnkirche Ruhr: Ein Stück Seelsorge verschwindet
Autobahnkirche Ruhr schließt nach Jahrzehnten ihre Türen
Die Autobahnkirche Ruhr, seit langem eine Anlaufstelle für Reisende im Ruhrgebiet, wird an diesem Wochenende endgültig geschlossen. Die Schließung folgt dem Verkauf des Gebäudes an einen privaten Käufer und beendet damit jahrzehntelange Unterstützung für Autofahrer und Motorradfahrer. Am Samstagmorgen findet ein letzter Treffen für die Ehrenamtlichen statt, bevor die Türen zum letzten Mal geschlossen werden.
Die Kirche war als Gast in einer Bochumer Gemeinde tätig und bot täglich rund 15 Besuchern einen Ort der Einkehr. Zudem veranstaltete sie besondere Events, wie das jährliche Treffen der Biker am "Tag der Autobahnkirchen". Bekannte Schilder, darunter das von der A40 aus sichtbare Banner "Findet Ruhe", werden am Samstag abgebaut.
Die Pläne für eine Gedenkstätte zur Ehrung der Opfer des Straßenverkehrs sind durch den Verkauf nun gescheitert. Der Raum verliert seine Weihe, sodass dort keine christlichen Gottesdienste mehr stattfinden können. Die Kirche diente als Gedenkort für Unfallopfer aus Bochum und der Umgebung.
Der letzte Tag beginnt mit einem Abschied für die Ehrenamtlichen, die die Arbeit der Kirche über die Jahre unterstützt haben. Danach wird das Gebäude offiziell geschlossen – und damit endet seine Rolle als spirituelle Raststätte an der Autobahn.
Mit der Entfernung der Schilder und dem Verlust des geweihten Status geht auch das Erbe der Kirche als Ort der Besinnung für Reisende zu Ende. Der Verkauf an einen Privatmann hat alle zukünftigen Projekte gestoppt, darunter die geplante Gedenkstätte für Verkehrsunfallopfer. Die Schließung hinterlässt eine Lücke im regionalen Unterstützungsnetz für Betroffene von Verkehrstragödien.
